Warmwasser aufbereiten und dabei Kosten und Energie sparen, darum geht es hier. Wir erklären Dir in den folgenden Abschnitten welches Gerät für welche Anwendung am besten geeignet ist und informieren Dich auch über die vielen ähnlichen Begriffe und Unterscheidungstypen. Deinen persönlichen Warmasserbedarf kannst Du damit optimal einschätzen.

Warmwassergeräte im Überblick

Wir sagen es gleich voraus: Es ist etwas kompliziert. Aber nur zu Beginn, denn was gerne synonym oder irgendwann einmal falsch übersetzt wurde, meint trotzdem etwas ganz Bestimmtes. Wir klären Dich auf!

Warmwasserspeicher

Boiler = Warmwasserspeicher

Was wir gerne Boiler nennen, ist heutzutage ein Warmwasserspeicher zur zentralen Warmwasseraufbereitung. „To boil“ stammt aus dem Englischen und steht für „kochen“, dies ist bei diesem Warmwasserspeicher allerdings nicht der Fall. Tatsächlich hält der Boiler Wasser mit einer Temperatur von 35 bis maximal 80 °C konstant bereit, das bei der Entnahme mit Kaltwasser gemischt wird. Warmwasser

In Kombination mit einem vorhandenen Wärmeerzeuger (Heizung) stellt der Speicher Warmwasser jederzeit wie gewünscht aus dem Wasserhahn bereit. Ein Warmwasserspeicher besteht meist aus emailliertem Stahl oder rostfreiem Edelstahl. Die Behälter sind außerdem wärmegedämmt um das Wasser über längere Zeit auf konstanter Temperatur zu halten.

Ein Warmwasserboiler aus früheren Tagen, ist im Vergleich dazu ein kaum wärmegedämmtes System, das das Wasser selbst erwärmt und speichert. Aufgrund der fehlenden Dämmung erkaltet das Wasser aber schnell und muss immer wieder neu erwärmt werden. Nicht sehr effizient und deshalb auch kam mehr im Einsatz.

Produkt-Highlight

Warmwasserspeicher Gorenje TG101 100 Liter
Warmwasserspeicher Gorenje TG101 100 Liter
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139,00 € / ST
C

Kochendwassergerät

Ein tatsächliches Kochendwassergerät, also mit einer Wassertemperatur von 100 °C oder mehr dient zumeist als dezentrale Zapfstelle am Abwaschbecken, bzw. wird als Tischgerät praktischer Weise über die Spüle gehängt. Das benötigte Heißwasser wird erst bei Bedarf erhitzt, ähnlich wie bei einem Wasserkocher. Die meisten Kochendwassergeräte sind Kleinspeicher und liefern bis zu 5 Liter Wasser, über eine integrierte Armatur. Die zu produzierende Wassertemperatur ist bei modernen Protukten stufenlos, zwischen 30 und 100 °C, wählbar.

Durchlauferhitzer

Aufheizen unmittelbar vor der Entnahme, also keine Dauerspeicherfunktion, das macht auch der Durchlauferhitzer. Erhitzt wird via Strom oder auch mit Gas, je nach örtlichen Gegebenheiten. Das Gerät ist dabei nahe der Entnahmestelle installiert, das Wasser wird, wie erwähnt erst dann erhitzt, wenn es auch benötigt wird. So verbrauchst Du nur dann Energie, wenn Du warmes Wasser, z.B. zum befüllen Deiner Badewanne, benötigst. Energieverluste durch speichern und zuleiten, sind mit dem Durchlauferhitzer äußerst gering.

Im HORNBACH Onlineshop stößt Du unter anderem auch auf den sogenannten Klein-Durchlauferhitzer. Dieses schaffst Du Dir am besten dann an, wenn Du lediglich ein Handwaschbecken mit Warmwasser versorgen möchtest. Zumeist passt diese Lösung am Gäste-WC, sofern die Wasserzuleitungen nicht an die Hauptwarmwasserquelle angeschlossen ist.

Durchlauferhitzer

Gastherme

Eine ähnliche dezentrale Lösung ist die Gastherme, die meist in Mehrfamilienhäusern zum Einsatz kommt. Dieses Warmwassersystem ist dabei in den einzelnen Wohneinheiten installiert, wodurch die individuelle Kostenkontrolle bzw. Abrechnung übersichtlicher ist. Die Therme wärmt das Wasser im Moment des Bedarfs durch die Verbrennung von Gas, das dann in geregelter Temperatur direkt über die Armatur am Waschbecken, in der Dusche oder an der Badewanne entnommen werden kann. Neue Geräte zeichnen sich vor allem aufgrund ihrer Energieeffizienz und dem niedrigen CO2-Austoss aus.

Unterschiede in der zentralen und dezentralen Aufbereitung

Bei der zentralen Warmwasserbereitung erfolgt die Wassererwärmung für alle Zapfstellen im Haus über eine einzige Warmwassererzeugungseinheit (z.B.: Gas-, Öl-, Holzheizung, Wärmepumpe, etc.), bzw. in Kombination mit einem Speicher.

  • Um dabei das warme Wasser ohne große Wasserverschwendung durch Anlaufverluste rasch in der gewünschten Temperatur bereitzustellen, ist zusätzlich die Installation eines Zirkulationsnetzes notwendig.
  • Zu bedenken ist auch, dass die Speichertemperatur bei zentraler Wasseraufbereitung mindestens 60 °C betragen muss, um die Bildung von Legionellen zu verhindern. Diese Art von Bakterien vermehrt sich am aller liebsten bei einer Wassertemperatur von 25 bis 55 °C.
  • Baust Du gerade neu, musst die Du die Gesamtenergieeffizienz Deines Gebäudes kennen, bzw. bestimmte Energiestandards einhalten. Diese Details werden im Energieausweis dokumentiert.
    Neubauten werden dazu mit Niedertemperatur-Heiztechniken ausgestattet. Näheres dazu erfährst Du bei deinem Heizungsinstallateuer. Informationen über die gesetzlichen Vorgaben, sowie über den österreichischen Energieausweis findest du hier.
  • Je mehr und häufiger Wasser benötigt wird, bzw. je mehr Personen im selben Haushalt leben, desto wahrscheinlicher ist die Wirtschaftlichkeit eines Warmwasserspeichers im Vergleich zu einem Durchlauferhitzer.

Warmwasser dezentral aufzubereiten kann sich hingegen durchaus lohnen, da die Aufbereitung nur bei tatsächlichem Bedarf geschieht.

  • Lange Wasserleitungen und Zirkulationsnetze fallen weg und die Wunschtemperatur wird schnell durch Mischen von Kalt- und Heißwasser produziert.
  • Entsprechende Geräte findest Du in unterschiedlichen Leistungen, zudem können sie auch mit einer Solarthermieanlage verbunden werden.
  • Vor allem bei der Sanierung von Altbauwohnungen sind moderne Durchlauferhitzer, also dezentrale Systeme, eine praktische und effiziente Lösung.

Deiner Warmwasserzuleitung im Garten, auf der Terrasse und überall sonst, steht also nichts im Wege!

Anwendungsmöglichkeiten von Warmwassergeräten

warmwassergeraet auswaehlen kleinspeicher

Die Übersichtstabelle zeigt Dir, welches Warmwasserprodukt sich an welcher Stelle im Haus ideal eignet. Mehr Details über die die Anzahl an Entnahmestellen findest Du auch hier.

  Entnahmestellen Küche Gäste-WC & Hobbyräume Badezimmer
Kochendwassergeräte Einzeln


Kleinspeicher
(bis 10 Liter)
Einzeln
Klein-Durchlauferhitzer Einzeln  
Warmwasserspeicher
(ab 30 Liter)
Mehrere
Durchlauferhitzer Mehrere

Bau- und Versorgungsarten von Warmwassersystemen

Geräte zur Warmwasseraufbereitung unterscheiden sich durch zwei grundlegende Bauarten. Entscheidend bei der Wahl sind aber auch der Bedarf einer Einzel- oder Gruppenversorgung.

Geschlossen und druckfest

Dies sind in der Regel Anlagen zur Speicherung von Warmwasser für den gesamten Haushalt (Gruppenversorgung). Das geschlossene System benötigt eine hochwertige Isolierung, um Energieverluste möglichst zu vermeiden.

Offen und drucklos

Hierbei handelt es sich meist um Kleingeräte mit indirekter Verbindung zur Wasserleitung über eine Niederdruckarmatur. Diese Kleinversorger bedienen lediglich eine Zapfstelle, über die sie auch befüllt werden (Einzelversorgung). Aufgrund der einfachen Bauweise, sind offene bzw. drucklose Geräte sehr preiswert.

Einzelversorgung

Hier ist jede Zapfstelle einem eigenen Warmwassergerät zugeordnet, lange Zuleitungswege werden damit vermieden. Im Normalfall reicht bei der Einzelversorgung der Einsatz von Kleinspeichern.

Gruppenversorgung

Hier werden mehrere, nahe beieinander liegende Zapfstellen an ein Warmwassergerät angeschlossen. Die entsprechenden Geräte müssen druckfest verschlossen sein. Ein klassischer Anwendungsfall hierfür ist eine Mietwohnung. Das System ist in der Küche oder im Bad installiert, versorgt aber alle Entnahmestellen der Wohnung.

Das richtige Lastprofil wählen

Damit Du das richtige Gerät für Deinen Bedarf findest, kannst Du Dich auch am Lastprofil orientieren. Es gibt Aufschluss über die durchschnittliche Nutzung eines Gerätes im täglichen Ablauf und reicht von XXXS bis XL. Im Wohnbereich lauten die relevanten Lastprofile XXS, XS, S und M.

Lastprofil XXS

Lastprofil XS

Lastprofil S

Lastprofil M

Lastprofil L

  • entspricht einem Warmwasserspeicher ab 100 Liter
  • ideal geeignet für mehrere Entnahmestellen, z. B. im Badezimmer und in der Küche

Energielabels von Warmwassergeräten

Über das Energielabel, mit dem jedes Warmwassergerät ausgestattet ist, kannst Du Dich über die wichtigsten Daten Deines Gerätes informieren. Vor allem der Verbrauchswert ist von hoher Bedeutung.

Das Etikett muss außerdem die folgenden Informationen enthalten:

Hornbach
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Das siehst Du hier
1
Name des Herstellers, Typbezeichnung des Geräts
2
Warmwasserbereitungsfunktion mit Zapfprofil (Lastprofil)
3
Energieeffizienzklasse
4
Schalleistungspegel in Innenräumen
5
Durchschnittlicher jährlicher Strom- oder Brennstoffverbrauch

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