
Fassadendämmung
Die Außenwände eines Hauses summieren sich zu einer großen Fläche. Eine nicht gedämmte Außenfassade kann daher in einem Altbau einen Wärmeverlust von jährlich bis zu 35 % bedeuten. Mit einer Wärmedämmung für die Fassade hältst Du die Energie im Haus und und reduzierst Deine Heizkosten deutlich. Die Hausdämmung zählt deshalb zu den effektivsten Energiesparmaßnahmen bei einer Sanierung.
Eine gut gedämmte Fassade schafft weitere positive Effekte:
- ein angenehmes Raumklima durch Schutz vor Hitze
- Zuglufterscheinungen werden verringert
- der Marktwert des Hauses steigt
- optische Aufwertung des Hauses durch vielfältige Putze, Strukturen und Farben

Durch die Anbringung eines Wärmedämmverbundsystems (WDVS) kannst Du z. B. bei einem Einfamilienhaus (Baujahr 1983) mit 125 m2 bis zu 19 % an Heizenergie sparen. Die „warmen“ Wände sind ein weiterer Vorteil einer Wärmedämmung. Je höher die Oberflächentemperatur der Wand, desto angenehmer empfindest Du das Raumklima. Sind die Wände warm, kann die Raumtemperatur sogar etwas niedriger sein – Du fühlst Dich trotzdem wohl, sparst zusätzlich Heizenergie und reduzierst langfristig die CO2-Belastung.
Schutz des Mauerwerks
Ungedämmte Wände lassen Kälte ins Mauerwerk eindringen – und in umgekehrter Richtung Wärme nach außen entweichen. Diese großen Temperaturunterschiede führen zu Spannungen in der Wand, die Bausubstanz kann nachhaltig Schaden nehmen. Ein Wärmedämmverbundsystem hält Frost draußen, Wärme drinnen und schützt so auch das Mauerwerk.
Angenehmes Raumklima – im Sommer und im Winter
Während im Winter die gedämmte Fassade die wertvolle Wärme im Haus behält, bleiben im Sommer die Räume trotz Hitze kühl. Du hast also zu jeder Jahreszeit ein angenehmes Raumklima.

Ein WDV oder auch WDVS ist ein Wärmedämmverbundsystem zum Dämmen von Außenwänden durch eine Schichtung verschiedener, aufeinander abgestimmter Komponenten:
- Wärmedämmschicht aus Dämmstoffen
- Armierungsschicht
- Schlussbeschichtung zur Gestaltung der Oberfläche
Als Außenwandkonstruktion muss eine Thermohaut laut Bauordnung bestimmte Anforderungen erfüllen.
Sie muss sich selbst tragen, die Kräfte des Windes aushalten und starke Temperaturunterschiede problemlos verkraften. Die äußere Schicht darf nicht anfällig für Schimmelbildung sein. Weder Schlagregen noch Tau dürfen ihr etwas anhaben.
Wichtig: Ganz gleich, ob Du konventionelle Dämmstoffe wie Styropor oder ökologische Dämmstoffe wie Holzfaser-Dämmplatten für die Fassadendämmung nutzt – der Aufbau des WDVS ist bei beiden identisch. Ökologische Dämmmaterialien stehen den anderen in nichts nach. So sind Holzfaserplatten z. B. schimmelresistent, können Feuchtigkeit gut regulieren und sind vom Dach bis zu Fassade und Kellerdecke überall einsetzbar.
Vorgaben für WDVS beachten
Das für Wohnhäuser verwendete Material muss mindestens der Brandschutzklasse B1 (schwer entflammbar) genügen. Des Weiteren muss die Verkleidung lange halten, der Umgebung angepasst aussehen (evtl. Auflagen!) und auch Schallschutzqualitäten haben.
Kleine Checkliste für die Fassadendämmung
Bevor Du loslegst, solltest Du folgende Fragen geklärt haben:
- Muss ein Gerüst für die Hausdämmung aufgestellt werden?
- Wie ist das Gebäude bisher gedämmt?
- Welches Dämmmaterial soll beim Sanieren verwendet werden?
- Wie dick soll das verwendete Dämmmaterial sein?
- Sind aufgrund baulicher Gegebenheiten zusätzliche Arbeiten erforderlich, z. B. neue Fensterbänke?
- Ist der Austausch von Fenstern/Haustür ratsam?
- Muss der Sockel auch gedämmt werden?
- Müssen Vorarbeiten, z. B. das Entfernen von Erdreich, geleistet werden?
- Sind Zufahrtswege und ein Abstellplatz für das Material vorhanden?
- Mit welchem Material und welcher Farbe soll die Fassade am Ende gestaltet werden? Hier kann Dir unser Farbmischservice genau den Farbton für Deine Fassade mischen, den Du gerne möchtest.
Du willst wissen, wie viel Energie Du tatsächlich mit einer gedämmten Fassade sparst? Wie dick die Dämmschicht sein muss?
Nutze unseren HORNBACH Energiesparrechner und finde es heraus! Der Konfigurator ist kostenfrei und die Bedienung denkbar leicht.
Wichtige Daten, die Du parat haben solltest, sind:
- Deine PLZ
- Gebäudeart (ob Ein- oder Mehrfamilienhaus)
- Baujahr
- Wohnfläche in m 2
- Heizungsart
- und Dein bisheriger Jahresverbrauch in kWh
Probier Dich durch die verschiedenen Sanierungsmaßnahmen für Deine Fassade durch. Anhand der Energiekennzahlen siehst Du, mit welcher Du am meisten Geld sparst.
Bitte beachte: Die von Dir ermittelten Energiekennzahlen dienen lediglich der Orientierung und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Informiere Dich auf jeden Fall vor der Realisierung einer Maßnahme bei Deinem Energiesparfachberater bzw. einem entsprechenden Beratungsservice über die vollständigen Richtlinien und Bedingungen zur Sanierung.
Wärmedämmung Fassade: Das brauchst Du
Fassadendämmung vorbereiten
Wärmebrücken aufspüren
Die thermographische Kamera bringt es ans Licht: Durch Wärmebrücken wie z. B. bei einem nicht ausreichend gedämmten Sturz oder bei ganzen Flächen (Heizungsnische) geht Wärme ungenutzt verloren.
Bei nicht gedämmten Gebäuden geht Wärme verloren. Gleichzeitig kann sich im Innenbereich Kondenswasser bilden – die Ursache für einen gesundheitsgefährdenden Schimmelpilzbefall.
Fassadendämmung: Untergrund vorbereiten
Eine Fassadendämmung mit dem Wärmedämm-Verbundsystem kann sowohl auf altem Mauerwerk und altem Putz als auch auf Neubauwänden erfolgen.
Beachte die Voraussetzungen, die für die Befestigung der Dämmplatten gegeben sein müssen. Generelle Voraussetzungen: Der Untergrund muss eben, trocken und tragfähig sein.
Entferne lose Teile. Fensterbänke, Brüstungsabdeckungen, Dachüberstände und sonstige Anschlüsse müssen geprüft und ggf. überarbeitet oder erneuert werden.
Altputz aufbereiten
Die Kleberschichtdicke wird später max. 10 mm betragen, gleiche Unebenheiten deshalb vorher aus.
Prüfe Altputz auf Hohlstellen, schlage lose Teile ab und bessere ihn mit dem Außenputz oberflächenbündig aus.
Entferne anschließend mit dem Hochdruckreiniger Staub und Schmutz vom Altputz. Behandle Sandenden oder kreidenden Altputz mit Tiefengrund vor.
Prüfe den alten Anstrich durch die Gitterschnittprobe und Abreißprobe auf Tragfähigkeit. Im Zweifelsfall entfernt Du den Altanstrich.
Keine Vorbereitung bei Neubauwänden
Monolithisch errichtete Neubauwände sind überwiegend so beschaffen, dass Du die Dämmung ohne weitere Vorbereitung direkt nach dem Setzen der Sockelprofile aufbringen kannst.
Verlauf des Sockelprofils
Lege zuerst den Verlauf des Sockelprofils fest und übertrage diesen auf die Wand. Bei größeren Distanzen helfen zum Anzeichnen eine Schlauchwasserwaage oder ein Lasermessgerät.
Sockelprofil befestigen
Wähle passend zur Dämmplattendicke das Sockelprofil aus und befestige es am Untergrund. Die Befestigung erfolgt in der Regel mit speziellen Schlagdübeln alle 30 cm.
Um Unebenheiten auszugleichen, verwendest Du passende Ausgleichstücke. Die Befestigung erfolgt mit 3 Befestigungsdübeln pro Meter.
Dämmung anbringen
Fassaden-Dämmplatten zuschneiden
Um EPS-Dämmplatten zuzuschneiden, empfehlen wir Styroporschneidgeräte. Die kannst Du kaufen oder auch über unseren Mietservice ausleihen.
Klebespachtel anrühren
Den Klebespachtel nach Herstellerangaben in einem Mörtelkübel mit sauberem Wasser anrühren. Mische den Klebespachtel gut durch, sodass eine homogene, klumpenfreie Masse entsteht. Ein elektrischer Rührquirl ist dafür gut geeignet.
Pro Quadratmeter werden ca. 5 kg Mörtel benötigt.
Klebespachtel auf EPS-Dämmplatte auftragen
Die EPS-Dämmplatten umlaufend mit einer Klebewulst versehen. Trage anschließend noch 3 Klebebatzen auf die Dämmplatte auf. Trage so viel Klebespachtel auf, dass danach etwa 40 % der Plattenfläche mit dem Untergrund verklebt sind.
Achte darauf, dass Stoß- und Lagerfugen frei von Klebemörtel bleiben, da dies zu Wärmebrücken führen kann.
Dämmplatten an Fassade anbringen
Nach dem Auftragen des Klebespachtels werden die Platten verarbeitet. Beginne an einer Hausecke, und setze die erste Platte in die Sockelleiste ein.
Beachte, dass die Platten fest aneinander stoßen.
Dämmplatten im Versatz verlegen
Verlege die Dämmplatten immer im Versatz, sodass die Plattenfugen mindestens 25 cm Abstand zueinander haben.
Ordne im Bereich von Fenstern und Türen die Platten so an, dass an den Ecken der Türen und Fenster keine Plattenfugen sind – so können die Platten nicht reißen.
Abstände zwischen Dämmplatten verfugen
Selbst bei genauem Arbeiten kannst Du Fugen nicht immer vermeiden. Verschließe große Abstände (> 5 mm) mit Streifen aus den verwendeten Dämmplatten. Schmale Fugen (< 5 mm) kannst Du mit geeignetem Füllschaum verschließen.
Dämmplatten mit Dübeln befestigen
Bei nicht ausreichend hoher Tragfähigkeit, z. B. bei der Altbausanierung, solltest Du die Dämmplatten in Abhängigkeit von Form und Region des Objektes und dem gewählten Dämmsystem mit 6 bis 12 Dübeln pro Quadratmeter befestigen.
Für Dämmplatten mit Stärken von 6 bis 20 cm kannst Du Tellerschlag- oder Schraubdübel nehmen. Verdüble die Platten frühestens 3 Tage nach dem Verkleben.
Fensterbank & Fensterrahmen abdichten
Um das Eindringen von Feuchtigkeit zu vermeiden, müssen Anschlüsse an Fensterbänken und Fensterrahmen abgedichtet werden.
Lege in die Fugen ein Dichtband ein. Bevor Du die Dämmplatten anklebst, bringe an beiden Seiten sowie oben auf dem Fensterrahmen eine abdichtende Anputzleiste an.
Bitte beachte beim Kauf der Anputzleiste die Fenstergröße, Dämmstoffdicke und Einbauart.
Gelegenheit für neuen Anstrich
Ist die Fassade gedämmt, kommt der krönende Abschluss: Jetzt muss neu verputzt werden. Die Gelegenheit kannst Du nutzen und Deinem Haus gleich einen neuen Look verpassen – mit einem farbigen Fassadenputz oder Schlussanstrich. Unser
Fürs Fassade verputzen und Fassade streichen haben wir jeweils eine eigene Anleitung, die Dir Schritt für Schritt erklärt, wie Du vorgehen musst. Und unser Ratgeber zu den verschiedenen Putzarten hilft Dir bei der Auswahl.
















