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Barrierefrei Bauen

barrierefrei bauen

Deine Hände sind gezeichnet von etlichen Projekten, die Dich mit Stolz erfüllen. Kein Zweifel: Du bist ein Macher. Doch richte Dich auf und stelle Dich der Wahrheit: Es werden Tage kommen, da beugt sich Dein Rücken unter der Last der Schafferjahre, da werden Deine Augen müde, deine Beine schwach. Schaffe Dir oder Deinen Liebsten, die älter werden, ein Zuhause, in dem sie keine Hindernisse vorfinden.
Wir zeigen Dir hier, wie Du barrierefrei baust.

Lesezeit 7 min.

Rampen selber bauen

Willkommen zuhause. Das wird im Alter zusehends schwierig, wenn der Eingang nur über eine Treppe zu erreichen ist. Wenn die Beine müde werden oder im Übrigen auch wenn man auf einen Rollstuhl angewiesen ist, lässt sich die Treppe mit einer Rampe ergänzen. Es gibt viele fertige Varianten aus Aluminium. Diese erfüllen jedoch häufig nicht alle Anforderungen. Du kannst Dir stattdessen auch selbst eine Rampe aus Holz oder Beton bauen.

Achte darauf, dass die Steigung nicht mehr als 6 % beträgt. Füge falls nötig ein paar Meter hinzu und errichte bei einer Länge von über 600 cm ein Zwischenpodest, auf dem Pausen eingelegt werden können.

Berücksichtige bei der Planung die Mindestbreite von 120 cm.

Für die Handläufe links und rechts gelten folgende Regeln: Der Durchmesser muss zwischen 3 und 4,5 cm und die Montagehöhe bei 85 cm liegen. Die Handläufe sollen darüber hinaus 30 cm in den Treppenanfang und das Treppenende hineinragen.

Die Rampe ist komplett, wenn auf beiden Seiten 10 cm hohe Radabweiser stehen. Die befinden sich idealerweise auf einer Linie mit den Handläufen.

rampe

Tipp: Türspione integrieren

Baue in Deine Eingangstür einen Türspion in einer Höhe von 150 bis 160 cm ein. Noch besser sind Videosprechanlagen inklusive Türöffner. Du kannst den Bildschirm und das Bedienelement so anbringen, dass Du beides mühelos auch im Sitzen erreichst. Damit kannst Du genau sehen, ob Dich jemand Bekanntes besucht oder Du lieber nicht die Tür öffnen willst.

Barrierefreier Innenausbau

Gehen wir weiter ins Innere des Hauses. Hier können beispielsweise Zimmertüren zu Hindernissen werden, wenn die Bewohner mit Rollstühlen unterwegs sind. Eine barrierefreie Tür muss drei Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie muss breit genug sein (mindestens 90 cm).
  • Sie muss frei von unteren Türanschlägen sein.
  • Zwischen dem Türdrücker und der Wand gehört ein Abstand von mindestens 50 cm. Dieser wird als Anfahrfläche gebraucht.

Im Idealfall haben Deine Türen auch einen Motor und lassen sich per Knopfdruck öffnen sowie schließen. Türantriebe kannst Du problemlos nachträglich einbauen. Im Falle eines Auszugs lassen sich die Antriebe wieder abnehmen und mit ins nächste Haus nehmen. An der Tür bleiben keine Spuren zurück.

Tipp: Platz schaffen

Stelle Deine Möbel so auf, dass Dir besonders an wichtigen Stellen wie vor Treppen, Schränken oder Regalen eine Fläche von mindestens 120 x 120 cm zur Verfügung steht. Das ist notwendig, damit Du in der Lage bist, mit einem Rollator zu wenden. Rollstuhlfahrer brauchen sogar jeweils noch einmal 30 cm mehr Platz.

Geeignete Bodenbeläge

Nutze Renovierungsarbeiten auch, um geeignete Bodenbeläge zu verlegen. Alles, was rutscht oder nicht fest verlegt wird, muss raus. Der Boden sollte sich nicht elektrostatisch aufladen.

Unsere Empfehlung lautet daher: Greife zu Fliesen oder Vinyl. Rutschfeste Fliesen eignen sich für Badezimmer und das fußwarme Klickvinyl ist ideal für Wohnräume.

geeignete bodenbelaege
Vinylböden Zu den Artikeln

Richtig Heizen und Beleuchten im Alter

Stelle sicher, dass Du all Deine Räume 365 Tage im Jahr beheizen kannst. Das geht ohne Schwierigkeiten mit diversen Elektroheizungen. Infrarotmodelle sind zu bevorzugen, denn sie überzeugen durch einen sparsamen Betrieb und durch angenehme Wärme.

Das hat folgenden Grund: Infrarotheizungen arbeiten nicht mit Konvektionswärme. Sie erwärmen nicht die Luft, sondern die von ihnen angestrahlten Flächen. Es fühlt sich ein bisschen so an, als würdest Du ein Sonnenbad nehmen.

Nicht nur Wärme, sondern auch Licht wird im Alter wichtiger. Rüste Deine vier Wände am besten mit vielen hellen LEDs aus. Nicht nur Innen, so dass Du immer gut siehst, sondern auch an Deinen Außenwänden. Dort wachen sie mithilfe von Dämmerungs- und Bewegungssensoren über Deinen Eingangsbereich.

Sobald es dunkel wird oder jemand sich nähert, schalten sich die Leuchten automatisch an.
heizen und beleuchten

Mit smarten Glühbirnen hast Du's noch bequemer. Die lassen sich via App oder mit dem passenden Zubehör sogar per Sprachkommando ein- und ausschalten. Mit Bewegungssensoren sind die smarten Leuchten kompatibel.

Die Vorteile solcher LEDs zeigen sich bei langen Fluren oder nachts, wenn es ohnehin schwer ist, den Lichtschalter zu finden. Du kannst die Leuchten auch eingeschaltet lassen und einfach den Nachtlichtmodus aktivieren.

Vorsicht Stufe: So machst Du Treppen altersgerecht

Treppen lassen sich nicht immer vermeiden. Sie können aber clever gestaltet werden. Ein wichtiger Punkt hierbei sind die Handläufe. Halte Dich bei der Planung an die Ratschläge für die Rampen und sorge dafür, dass die inneren Handläufe niemals unterbrochen werden.

Für die einzelnen Stufen gilt: Rutschfeste Materialien sind unabdingbar.

Zum Nachrüsten eignen sich Stufenmatten zum Aufkleben. Diese sind nur dann sinnvoll, wenn die Stufen auch den anderen Anforderungen entsprechen.

So sind laut DIN 18040 Stufenunterschneidungen unzulässig. Das bedeutet, dass die Oberkante nicht über das Ende der darunter liegenden Stufe ragen darf.

Um den Aufstieg so angenehm wie möglich zu gestalten, solltest Du bei mehr als 15 Stufen ein Zwischenpodest einplanen – idealerweise mit Sitzgelegenheit. Vergiss nicht die Stufenvorderkantenmarkierungen und vermeide Wendeltreppen. Falls das Treppensteigen gar nicht mehr möglich ist, bleibt Dir auch noch die Option, einen Treppenlift zu installieren.

treppen altersgerecht
Handlauf, Treppen- & Balkongeländer Zu den Artikeln

Barrierefreies Bad

Die wenigen Zentimeter, die die meisten Duschwannen vom Boden abstehen, reichen oft schon aus, um den Ein- und Ausstieg für ältere Menschen oder Rollstuhlfahrer unmöglich zu machen. Daher solltest Du Dein Bad mit einer bodenebenen Dusche ausstatten.

Die kannst Du selbst bauen. Hole Dir entweder eine bodenebene Wanne oder ein Duschelement, das Du fliesen kannst. Letzteres hat den Vorteil, dass Du den Bodenbelag aussuchen kannst. So hast Du die Möglichkeit, die Dusche mit rutschhemmenden Fliesen auszustatten.

Natürlich lässt sich auch die Duschwanne rutschfest gestalten. Dafür gibt es zahlreiche Matten, die einfach in die Wanne gelegt werden können.

barrierefreies bad

Sobald der Boden fertig ist, wird es Zeit für eine Duschabtrennung. Wir empfehlen sogenannte Walk-In-Modelle. Die sind zu einer Seite hin geöffnet und erleichtern somit den Zugang.

Apropos Walk-In: Kennst Du schon die Badewannen mit Türen? Diese begehbaren Badewannen haben eine sehr niedrige Schwelle und oftmals sind die Eingänge sogar bodengleich. So ist das Baden auch im Alter möglich. Tür auf, reinsetzen und Wasser marsch. Strategisch gut platzierte Griffe helfen Dir später beim Aufstehen. Vom Aufstehen zum Hinsetzen...

Toilette und Waschbecken barrierefrei gestalten

Die meisten WCs sind zu niedrig und somit fällt es älteren und körperlich beeinträchtigten Personen äußerst schwer, von ihnen aufzustehen. Abhilfe schaffen zum Beispiel Auflagen. So ein Aufsatz kann umstandslos auf die bestehende Toilette montiert werden. Er bringt die Toilette damit auf die nötige Sitzhöhe von 48 cm.

Die elegantere Lösung ist ein extrahohes Stand-WC oder noch besser: ein Wand-WC. Das kannst Du in Wunschhöhe anbringen.

Der Waschtisch sollte nicht nur auf einer angenehmen Höhe angebracht werden, sondern auch unterfahrbar sein. Suche Dir am besten einen flachen Waschtisch mit Unterputz- oder Flachaufputzsiphon aus.

Nützliches Zubehör im Bad: Duschhocker! Und auch Hocker, auf denen man sich beim Ausziehen bequem setzen kann.

barrierefreies bad

Barrierefreie Küche

barrierefreie kueche

Kochen ohne Hindernisse? Geht auch, kein Problem. Damit Du an der Küchenarbeitsplatte arbeiten kannst, muss sie die richtige Höhe haben. Mit gewöhnlichen Unterschränken kommst Du nicht weit. Aber die brauchst Du auch nicht. Denn Spüle, Herd und Arbeitsbereich sollten unterfahrbar sein. Mit ein bisschen Geschick und Fleiß geht das mit jeder Arbeitsplatte.

Versuche, sie übereck zu montieren. Auf diese Weise sind alle wichtigen Bereiche schnell und unkompliziert erreichbar. Ein paar wohlplatzierte Tischbeine tragen die Arbeitsplatte und eine Wandhalterung sorgt für ausreichende Stabilität.

Damit Du den Bereich der Spüle besser unterfahren kannst, solltest Du zu flachen Modellen greifen.

Hängeschränke und Elektrogeräte sollten so montiert sein, dass sie auch im Sitzen mühelos zugänglich sind.

In Sachen Herd raten wir zu Exemplaren mit Induktion. Hier wird die Hitze am Topf und nicht auf der Herdplatte erzeugt.

Das bedeutet, dass die Kochzonen nicht heiß werden. Falls die Herdplatte einmal aus Versehen angefasst wird, verbrennt man sich hieran nicht.

Förderungen für barrierefreies Bauen

Du musst den seniorengerechten oder auch behindertengerechten Um- oder Neubau nicht alleine stemmen. Viele Institutionen unterstützen Dich bei diesem Projekt – allen voran die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau).

Dort stehen Dir gleich drei verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung:

  • das Wohneigentumsprogramm 124
  • das Kreditprogramm 159
  • das Zuschussprogramm 455

Die KfW gewährt Dir Kredite bis zu 50 000 Euro mit einem effektiven Jahreszins von 1,11 oder 0,75 % und Zuschüsse mit einem Wert von bis zu 6250 Euro.

Genauere Informationen findest Du auf der Internetseite der Bank. Weitere Hilfe gibt es von den Bundesländern. Die Programme sind von Land zu Land unterschiedlich. In Nordrhein-Westfalen bietet zum Beispiel die NRW.Bank günstige Darlehen für die Eigentums- und Mietwohnraumförderung an. Im Süden Deutschlands kannst Du unter anderem an die Bayerische Landesbodenkreditanstalt wenden und im Norden stellt die IFB Hamburg weitere Förderungsprogramme bereit.

Die Angebote anderer Bundesländer findest Du auf www.baufoerderer.de. Dort gibt es auch Informationen zur Kombinierbarkeit verschiedener Programme.

Die Kranken- und Pflegekassen greifen Dir auch unter die Arme. Wer eine Pflegestufe hat, bekommt bis zu 4000 Euro für seine Projekte zum barrierefreien Umbauen. Das gilt übrigens pro Person. Es können also je Haushalt viermal 4000 Euro beantragt werden.

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