Bevor Du eine Mauer planst, musst Du Dich bei den zuständigen Ämtern erkundigen, ob Du die Mauer überhaupt nach Deinen Vorstellungen bauen darfst. Wenn Du weißt, wo Deine Mauer entstehen wird, musst Du noch festlegen, wie lang und wie hoch sie werden soll. Davon hängt die Materialmenge ab.
Gartenmauer bauen mit Mauersteinen
Eine Gartenmauer mit Mauersteinen ist eine gute Alternative zum Gartenzaun – erst recht, wenn man eine individuelle Lösung für sein Grundstück haben möchte. Wir zeigen Dir alles: vom Planen über's Streifenfundament bauen bis hin zum Mauern. In dieser Variante werden Betonsteine verklebt. Los geht's!
Eine Gartenmauer mit Mauersteinen ist stabil, langlebig und vielseitig – ideal, um Höhen auszugleichen, Grundstücke zu strukturieren oder Sichtschutz zu schaffen. Entscheidend sind die richtige Steinwahl, ein tragfähiges Fundament und sauberes Setzen.
Das solltest Du wissen:
- Sinnvoll bei Hanglagen, klaren Abgrenzungen und Sichtschutz ab ca. 1,2–2,0 m Höhe. Achtung: Je nach Höhe und Ausführung der Mauer kann eine Baugenehmigung erforderlich sein – das solltest Du vorher prüfen.
- Nicht geeignet ohne tragfähigen Untergrund oder bei fehlender Entwässerung.
- Fundament frostfrei gründen (ca. 80 cm tief), Schotter + Beton erforderlich.
- Steinarten nach Einsatz wählen: Betonstein (robust), Naturstein (optisch), Leichtbeton (einfach zu verarbeiten).
- Planung von Statik, Drainage und Schnurgerüst sichert sauberes Ergebnis. Wir empfehlen ab einer Höhe von 120 cm einen Fachmann hinzuzufügen, da die Statik durch Windlast und Erddruck beeinflusst werden kann.
Fazit:
Eine Mauer mit Mauersteinen lohnt sich, wenn Du dauerhaft Ordnung und Stabilität schaffen willst. Ohne solide Vorbereitung und Fundament wird das Projekt jedoch schnell fehleranfällig.
Welche Mauersteinen passen zu Deinem Projekt?
Für diese Anleitung passen vor allem maßhaltige Mauersteine und System-Mauersteine. Sie lassen sich sauber ausrichten, ergeben ein gleichmäßiges Mauerbild und sind für gerade Gartenmauern besonders gut geeignet.
- Standard-Mauersteine aus Beton sind die praktische Lösung, wenn Du solide bauen und auf den Preis achten willst.
- Struktur-Mauersteine bringen mehr Oberfläche und eine natürlichere Optik ins Spiel – ohne dass die Verarbeitung deutlich komplizierter wird.
- Antik-Mauersteine wirken rustikaler und lebendiger, kosten aber meist etwas mehr.
- System-Mauersteine sind besonders dann sinnvoll, wenn Du eine gut planbare Lösung mit passenden Eck- und Abdecksteinen suchst.
Mauersteine aus Beton verarbeiten: Das brauchst Du
Planung & Vorbereitung: Steinmauer bauen mit Mauersteinen aus Beton
Bauordnung prüfen
Verband festlegen
Die Steine kannst Du setzen, wie es Dir gefällt – Hauptsache, es entstehen keine Kreuzfugen. Die Steine können im mittigen Läuferverband gesetzt werden(A), im schleppenden Läuferverband (B) oder im wilden Verband (C). In dieser Anleitung wird der Bau im mittigen Läuferverband (A) beschrieben.
Streifenfundament herstellen
Unebenheiten ausgleichen
Prüfe mit der Wasserwaage, ob das Fundament eben ist. Falls Du kleine Unebenheiten feststellst, gleiche sie mit Mörtel aus.
Maurerschnur spannen
Das Fundament ist breiter als die Steine. Markiere die Breite der Mauer mittig auf dem Fundament und spanne eine Maurerschnur so, dass sie die Außenkante und Oberkante der ersten Steinreihe anzeigt. Ermittle die richtige Höhe mit der Schlauch-Wasserwaage.
Gartenmauer bauen mit Mauersteinen aus Beton: So geht's
Mörtel und Mauersperrbahn auslegen
Jetzt wird die Mörtelschicht aufgetragen. Mische dazu den Mörtel erdfeucht an und bringe eine dünne Schicht auf die ganze Länge des Fundaments auf — dann leicht abziehen. Lege auf der Mörtelschicht eine Mauersperrbahn aus — sie schützt die Mauer später vor aufsteigender Feuchtigkeit, damit sie nicht vermoost und bei Frost nicht bricht.
Mörtelschicht auftragen
Trage den Mörtel gleichmäßig und vollflächig auf die Auflagefläche auf und beginne, die erste Steinreihe zu setzen.
Mauersteine setzen
Setze den ersten Stein vorsichtig auf das Mörtelbett und richte ihn an der Maurerschnur aus.
Prüfe mit der Wasserwaage, ob er genau waagerecht sitzt.
Setze die weiteren Steine der ersten Reihe und richte die gesamte Steinreihe exakt mit Wasserwaage und Richtschnur aus. Diese bestimmt den Verlauf der gesamten Mauer.
Schlussstein setzen
Setze als Nächstes den Schlussstein. Erst wenn auch der Schlussstein sitzt, geht es mit den Steinen dazwischen weiter.
Erste Reihe setzen
Fülle die ganze Reihe auf – zwischen den Stoßfugen wird kein Mörtel aufgetragen! Nimm den überschüssigen Mörtel an der Seite mit der Kelle weg und verwende ihn für den nächsten Stein. Achte bei der untersten Reihe sehr genau darauf, dass alle Steine in jeder Richtung in der Waage sind. Wenn Du hier nicht sauber arbeitest, übertragen sich die Fehler auf die ganze Mauer.
Schlussstein ausmessen
Der letzte Stein vor dem Schlussstein muss meistens zugeschnitten werden. Dazu die Lücke mit dem Zollstock genau ausmessen.
Mauersteine zuschneiden
Schneide den Stein mit dem Winkelschleifer auf Maß. Klopfe die Schnittkanten mit dem Hammer etwas ab — für die Natursteinoptik.
Mörtelbett trocknen lassen
Passe den zugeschnittenen Stein in die Lücke ein. Bevor Du weitermauern kannst, muss das Mörtelbett der ersten Reihe trocknen. Das dauert einen knappen Tag; beachte die Hinweise des Mörtelherstellers.
Folgende Reihen verkleben
Kontrolliere jede weitere Reihe mit Wasserwaage und korrigiere bei Bedarf.
Die Steine der zweiten Reihe und alle weiteren werden geklebt, nicht in Mörtel gelegt. Setze die Steine der zweiten Reihe versetzt auf die Steine der ersten Reihe. Beginne in dieser Reihe mit einem halben Stein, in der Reihe darüber dann wieder mit einem ganzen.
Die richtige Klebermenge musst Du durch Probieren herausfinden – es muss eine geschlossene Kleberwulst sein, die Steine dürfen aber nicht auf dem Kleber „schwimmen“. Dann arbeite Dich nun weiter vor: Stein für Stein, Reihe für Reihe. Prüfe regelmäßig, ob die Steine im Lot und in der Waage sind.
Erdberührte Flächen der Gartenmauer abdichten
Wenn Deine Gartenmauer von einer Seite mit Erde aufgeschüttet wird, dann solltest Du sie abdichten. Andernfalls kann die Feuchtigkeit dazu führen, dass die Mauer instabil wird oder, dass Kalkausblühungen entstehen.
Stufen einbauen
Du kannst auch Stufen einarbeiten, wenn es Dir gefällt — das lockert die Wirkung der Mauer auf. Eine Noppenbahn rund um das Fundament hält Mauer und Fundament trocken. Fülle abschließend den Graben um das Fundament wieder mit Erde auf.
Abschlussarbeiten
Schneide mit einem Cuttermesser die oben überstehende Noppenbahn ab. Für die Optik kannst Du noch Rindenmulch auslegen. Nach dem Aushärten des Klebers ist Deine neue Mauer fertig.
Die Mauer ist korrekt gebaut, wenn sie gerade ausgerichtet, stabil und ausreichend entwässert ist.
Steinmauer bauen: häufige Fragen
Für den Außenbereich eignen sich frostbeständige und witterungsfeste Mauersteine. Für diese Anleitung passen vor allem maßhaltige Beton-Mauersteine und System-Mauersteine.
Am günstigsten sind meist einfache Mauersteine aus Beton. Sie sind robust, maßhaltig und für gerade Gartenmauern besonders wirtschaftlich.
Zwischen Mauersteine kommt – je nach System – Mörtel oder Stein-Kleber. So werden die Steine stabil verbunden und sauber ausgerichtet.
Zu den natürlichen Mauersteinen gehören zum Beispiel Granit, Basalt, Sandstein, Kalkstein, Grauwacke und Quarzit. Sie wirken hochwertig, sind aber oft aufwendiger zu verarbeiten als Beton-Mauersteine.

































