Wenn Du eine Terrassenüberdachung selber bauen willst, hat das viele Vorteile. Deine selbstgebaute Überdachung ist kostengünstig, Du bist damit in Form und Gestaltung ganz frei und kannst sie auf die eigenen Bedürfnisse abstimmen. In diesem Ratgeber erklären wir Dir, wie Du eine
Terrassenüberdachung planen
Wenn Du Deine Terrassenüberdachung selber bauen willst, gilt es einiges zu beachten. Als erstes solltest Du eine Baugenehmigung einholen. Die Genehmigung für Terrassenüberdachungen ist in Österreich genau geregelt – jedoch nicht überall einheitlich. Je Bundesland gelten andere Regelungen, welche je nach Stadt nochmals unterschiedlich ausgeprägt sein können. Das kann etwas Zeit in Anspruch nehmen. Bitte bei der Planung einkalkulieren! Welche Vorschriften in Deinem Bundesland gelten und wie Du den Antrag stellst, erfährst Du bei Deinem zuständigen Bauamt.
Als nächstes brauchst Du natürlich ein solides Fundament, das für Stabilität sorgt. Ist schon eine Fundamentplatte vorhanden, auf der z. B. Terrassenplatten verlegt sind, kannst Du die Pfostenträger direkt in der Fundamentplatte verankern.
Besteht Deine Terrasse nur aus einer gepflasterten Fläche ohne Fundamentplatte, werden die benötigten Pfostenträger (z. B. H-Pfostenträger) mit einem Punktfundament gesetzt. Wie Du das bauen kannst, erfährst Du in der Schritt für Schritt-Anleitung.
Wenn Du Deine Terrassenüberdachung selber bauen willst, solltest Du Dich mit baustatischen Berechnungen auskennen und das Wissen der Festigkeitslehre von Bauwerkstoffen beherrschen. Das ist nicht Dein Fachgebiet? Dann ziehe einen Fachmann für Baustatik zu Rate. Denn die Statik ist eine der wichtigsten Faktoren, ob eine Baugenehmigung erteilt wird!
Überdachung selber bauen – Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, empfehlen wir Dir einen Bausatz. Die Auswahl an Komplettsets für Terrassenüberdachungen ist groß. Ob Holz oder Metall, freistehend oder angebaut – Mit dem Fertigbausatz kannst Du direkt loslegen. Hier wurde alles fachmännisch geprüft und mit der Schritt für Schritt-Anleitung geht der Aufbau ganz locker von der Hand.

Terrassenüberdachung aus Holz selber bauen
Dein Macherherz schlägt, wenn Du Bauholz siehst? Wenn Du Dich dem Projekt gewachsen fühlst, kannst Du Deine Terrassenüberdachung selber bauen – auch ohne Bausatz.
Bevor Du loslegen kannst, musst Du natürlich Deine
Zur Bauweise Deiner Terrassenüberdachung aus Holz, solltest Du Dir folgende Fragen stellen und beachten:
Welche Balkenstärke für Terrassenüberdachung?
Welche Stärken bei welchem Balkenabstand notwendig sind, hängt von der Größe der Terrassenüberdachung ab. Generell gilt:
Balkenstärke gängige Terrassenüberdachung: 120 x 120 mm
Balkenstärke Wandpfette und Sparren: 60 x 120 mm
Wenn Du Dir unsicher bist, frag einen Fachmann für Baustatik. Die benötigten Materiallängen ermittelst Du anhand Deiner Planungsskizze.
Tipps für Deine Terrassenüberdachung aus Holz:
- Verwende am besten Brettschichtholz aus Fichte, Kiefer, Lärche oder Douglasie, wenn Du eine Terrassenüberdachung selber bauen möchtest.
- Liegt Deine Terrasse direkt am Haus, empfehlen wir eine Anbau-Überdachung. Sie ist schnell gebaut und braucht weniger Material.
- Bedenke, dass die Wandfläche für das Anbringen der Wandpfette geeignet sein muss. Wände mit Wärmedämm-Verbundsystemen sind nicht geeignet.
- Wenn Du zur Miete wohnst, solltest Du das im Vorfeld mit dem Vermieter klären.
- Die Pfetten (1) bilden die Querverbindungen Deiner Konstruktion. Sie geben der Überdachung schon Stabilität und bilden zusammen mit den Pfosten den groben Rahmen. Willst Du eine Überdachung selber bauen, die an der Hauswand montiert wird, unterscheidest Du zwischen Wandpfette und Fußpfette. Die Wandpfette darf etwas schmaler sein, als die Fußpfette.
- Mit den Pfosten (2) kannst Du die senkrechten Stabilisatoren Deiner Terrassenüberdachung selber bauen. Sie tragen das ganze Gerüst. Mit Pfosten der Stärke 120x120 mm kannst Du eine tragfähige Basis für den Rest Deiner Überdachung selber bauen.
- Für die endgültige Stabilität braucht es noch Kopfbänder (3). Sie verbinden Pfetten und Pfosten in der Diagonalen. Bei Anbau-Überdachungen brauchst Du die Kopfbänder nur vorne, da Du ja nur dort Pfosten hast. Bei der freistehenden Variante brauchst Du sie an allen Pfosten.
- Mit den Sparren (4) bekommt die Konstruktion jetzt endgültig Stabilität. Sie verbinden Wand- und Fußpfette miteinander und sind der Untergrund für die Bedachung.
- Die Balken (5) sorgen bei der freistehenden Terrassenüberdachung für zusätzliche Stabilität.
- An den Pfostenträgern (6) werden die Pfosten sicher dauerhaft verschraubt. Die Pfostenträger sind auf dem Terrassen- oder den Punktfundamenten verankert.
Die Mindesthöhe der Wandpfette wird durch die Fensteroberkante und den Rollladenkasten vorgegeben. Die Durchgangshöhe unter der Fußpfette sollte mind. 200 cm, besser noch 250 cm betragen.
Dachneigung: Damit das Regenwasser abfließen kann, braucht Dein Terrassendach eine Neigung. Diese sollte mind. 5 und max. 15 Grad haben. Unter 5 Grad reicht die Neigung nicht aus, damit das Wasser zuverlässig abfließen kann. Im schlimmsten Fall können sich so Pfützen bilden, die das Dach dauerhaft schädigen. Ist die Dachneigung zu stark, verdunkelst Du Dir damit Deine Terrasse und sie wirkt kleiner als sie ist.
Auch die freistehende Überdachung braucht ein Gefälle. Wenn Du Dein Terrassendach selber bauen willst, entscheidest Du zu welcher Seite sich das Terrassendach abneigt. Wir empfehlen die Seite zu nutzen, die am wenigsten genutzt wird. Von der höheren Seite fällt das Licht besser auf die Terrasse und sollte als Hauptzugang genutzt werden.
Terrassendach selber bauen
Die beliebtesten Materialien um ein Terrassendach zu decken sind Hohlkammerplatten und Wellplatten. Beide Platten lassen Sonnenlicht durch. Zudem sind sie leichter und günstiger als Echtglas. Wenn Du ein Glasdach verarbeiten willst, brauchst Du eine komplexere Unterkonstruktion, da ein viel höheres Gewicht getragen werden muss.
Die Hohlkammerplatten bestehen aus zwei „Schichten“, die durch Stege verbunden sind. Dadurch entstehen Hohlräume oder Kammern, die eine Dämmschicht bilden. Diese Dämmung verhindert, dass sich Hitze unter Deiner Terrassenüberdachung staut.

Die Wellplatte verfügt über diese Dämmeigenschaft nicht, was Du schnell merken wirst, wenn die Sonne lange drauf scheint. Dafür hat die Wellplatte aber andere Vorzüge. Sie lässt sich im Vergleich zur Hohlkammerplatte leichter verarbeiten, denn sie hat ein deutlich geringeres Eigengewicht. Zudem ist sie günstiger als die Hohlkammerplatte, was je nach Größe der Überdachung schon eine Rolle spielen kann.

















