Asbest lässt sich meist nicht sicher mit bloßem Auge erkennen. Entscheidend ist daher, ob das Material aus einer Zeit stammt, in der asbesthaltige Baustoffe verwendet wurden, und ob es bearbeitet oder beschädigt ist. Bei Verdacht gilt: nicht bohren, sägen oder entfernen, bevor Klarheit besteht.
Das solltest Du wissen:
- Woran erkennst Du Asbest? Eine sichere Identifizierung gelingt meist nur über eine Prüfung des Materials.
- Wann besteht Gefahr? Vor allem dann, wenn asbesthaltige Bauteile beschädigt oder bearbeitet werden.
- Wo kann Asbest vorkommen? In verschiedenen älteren Bau- und Renovierungsmaterialien.
- Was tun bei Verdacht? Arbeiten sofort stoppen und das Material nicht weiter bearbeiten.
Was ist Asbest?
Asbest ist ein natürlich vorkommendes Mineral, das früher wegen seiner hitzebeständigen, langlebigen und isolierenden Eigenschaften in zahlreichen Baustoffen verwendet wurde. Vor allem in Gebäuden, die vor 1990 gebaut oder saniert wurden, kann Asbest noch heute in verschiedenen Bauteilen vorkommen.
Verarbeitet wurde Asbest unter anderem in Dach- und Fassadenplatten, Bodenbelägen, Putzen, Klebern und Rohrverkleidungen. Das Problem: Asbest lässt sich häufig nicht auf den ersten Blick erkennen. Deshalb lohnt es sich, bei älteren Gebäuden genauer hinzuschauen und bei Verdacht eine Untersuchung durchführen zu lassen.
Gut zu wissen: Die Herstellung und Verwendung von Asbest sind in Österreich seit 1990 weitgehend verboten. Seit 2005 gilt zudem ein EU-weites Verbot. In älteren Gebäuden können asbesthaltige Materialien jedoch weiterhin vorhanden sein.
Je mehr Aussagen Du mit Ja beantworten kannst, desto genauer solltest Du hinschauen und im Zweifel eine Materialprobe untersuchen lassen.
- Das Gebäude wurde vor 1990 errichtet oder saniert. Auch bei Gebäuden aus den frühen 1990er-Jahren können vereinzelt noch asbesthaltige Materialien vorhanden sein.
- Es sind ältere Wellplatten, Fassadenplatten oder Faserzementplatten vorhanden.
- Im Haus liegen alte PVC-, Vinyl- oder Floor-Flex-Bodenbeläge.
- Unter alten Bodenbelägen befinden sich schwarze, braune oder graue Kleberschichten.
- Im Keller, Heizungsraum oder auf dem Dachboden sind Rohrverkleidungen, Dämmungen oder Brandschutzplatten verbaut.
- Vor einer Renovierung oder Sanierung sollen ältere Baustoffe bearbeitet, entfernt oder entsorgt werden.
- Es ist unklar, welche Materialien bei früheren Umbauten verwendet wurden.
Warum ist Asbest gefährlich?
Gefährlich wird Asbest dann, wenn feine Fasern freigesetzt und eingeatmet werden. Das kann passieren, wenn asbesthaltige Materialien beschädigt werden oder bei Sanierungs- und Renovierungsarbeiten Staub entsteht.
Die winzigen Asbestfasern können tief in die Lunge gelangen und dort schwere Erkrankungen verursachen. Dazu zählen unter anderem Asbestose (Staublunge), Lungenkrebs sowie weitere Krebserkrankungen im Bereich des Brust- und Rippenfells.
Deshalb solltest Du bei Verdacht auf Asbest besonders vorsichtig vorgehen und asbestverdächtige Materialien nicht bearbeiten. Solange asbesthaltige Bauteile unbeschädigt sind, geht von fest gebundenem Asbest in der Regel ein deutlich geringeres Risiko aus als von beschädigten oder bearbeiteten Materialien.
- Atemschutz richtig tragen: Verwende bei Arbeiten mit asbestverdächtigen Materialien mindestens eine Atemschutzmaske der Schutzklasse FFP3. Die Maske schützt nur dann zuverlässig, wenn sie dicht am Gesicht anliegt. Schon kleine Undichtigkeiten können dazu führen, dass belastete Luft eingeatmet wird.
- Auf vollständige Schutzausrüstung achten: Neben einer geeigneten Atemschutzmaske gehören auch Schutzbrille, Handschuhe und ein Einweg-Schutzanzug zur persönlichen Schutzausrüstung.
- Staub vermeiden: Asbestverdächtige Materialien solltest Du nicht bohren, schleifen, sägen oder brechen. Dabei können Fasern freigesetzt werden, die gesundheitsschädlich sind.
- Arbeitsbereich sichern: Halte andere Personen vom Arbeitsbereich fern und vermeide es, Staub in benachbarte Räume zu tragen.
- Asbesthaltige Abfälle getrennt entsorgen: Verwendete Schutzkleidung, Masken und asbesthaltige Materialien müssen staubdicht verpackt und entsprechend den örtlichen Vorgaben entsorgt werden.

Asbest erkennen: So gehst Du vor
Ob ein Material Asbest enthält, lässt sich oft nicht auf den ersten Blick feststellen. Mit einigen Anhaltspunkten kannst Du das Risiko jedoch besser einschätzen und entscheiden, ob eine Untersuchung sinnvoll ist.
- Baujahr prüfen: Ein erster Hinweis ist das Alter des Gebäudes. Wurde ein Haus vor 1990 gebaut oder saniert, können in verschiedenen Baustoffen noch asbesthaltige Materialien verbaut sein. Auch bei Gebäuden aus den frühen 1990er-Jahren kann Asbest in Einzelfällen noch vorkommen.
- Typische Materialien identifizieren: Asbest wurde unter anderem in Dach- und Fassadenplatten, Bodenbelägen, Putzen, Klebern, Rohrverkleidungen und Brandschutzbauteilen verwendet. Besonders bei älteren Baustoffen lohnt sich ein genauer Blick.
- Sichtprüfung durchführen: Asbest erkennen kannst Du manchmal anhand des Alters und der Art eines Materials. Eine faserige Struktur oder graue Färbung können Hinweise sein. Verlasse Dich darauf aber nicht, denn viele asbesthaltige Produkte sehen unauffällig aus. Eine sichere Identifizierung ist in der Regel nur durch die Untersuchung einer Materialprobe möglich.
Grenzen der Sichtprüfung beachten
Mit bloßem Auge lässt sich Asbest meist nicht sicher erkennen. Selbst Fachleute benötigen häufig Materialproben und Laboruntersuchungen, um einen zuverlässigen Nachweis zu erbringen. Bei Verdacht solltest Du deshalb auf Bohr-, Schleif- oder Abbrucharbeiten verzichten und einen Asbest-Test durchführen lassen.
Wenn Du Asbest vermutest, kann ein Asbest-Schnelltest für erste Klarheit sorgen. Dabei entnimmst Du selbst eine Material- oder Staubprobe und schickst sie zur Untersuchung an ein Labor. Nur die Laboranalyse kann zuverlässig bestätigen, ob tatsächlich Asbest enthalten ist.
Die Kosten für einen Asbest-Test liegen je nach Anbieter und Probe häufig zwischen 50 und 150 Euro. Das Ergebnis erhältst Du oft schon nach wenigen Werktagen. Viele Anbieter stellen Test-Kits für zuhause zur Verfügung, mit denen Du die Probe selbst entnehmen kannst.
Wo kann Asbest vorkommen?
Asbest wurde über viele Jahrzehnte in unterschiedlichen Baustoffen eingesetzt. Deshalb kann er auch heute noch in älteren Gebäuden vorkommen, vor allem wenn diese vor 1990 gebaut oder saniert wurden. Häufig betroffen sind Platten, Putze, Kleber, Bodenbeläge sowie Wand-, Fassaden- und Rohrverkleidungen.
| Hier kann Asbest vorkommen | Beispiele |
|---|---|
| Platten | Dachplatten, Fassadenplatten, Wellplatten |
| Putz und Spachtelmasse | Innen- und Außenputz, Beschichtungen |
| Kleber | Fliesenkleber, Bodenkleber |
| Bodenbeläge | Vinylböden, PVC-Beläge |
| Wände und Fassaden | Wandverkleidungen, Fassadenelemente |
| Rohre | Heizungs-, Lüftungs- und Abwasserrohre |
| Brandschutzbauteile | Brandschutzplatten und Abschottungen |
Asbestplatten wurden häufig als Dachplatten, Wellplatten oder Fassadenplatten eingesetzt. Besonders bei Gebäuden aus den 1960er- bis frühen 1990er-Jahren kommen noch heute asbesthaltige Faserzementplatten vor. Typisch sind graue bis graugrüne Platten mit einer matten, leicht rauen Oberfläche.
Auch Garagendächer, Schuppen, Fassadenverkleidungen und kleinere Anbauten können mit solchen Platten verkleidet sein. Das Problem: Asbesthaltige und asbestfreie Faserzementplatten sehen sich oft sehr ähnlich. Anhand des Aussehens allein lässt sich deshalb meist nicht sicher feststellen, ob eine Platte Asbest enthält.
Asbesthaltiger Putz unterscheidet sich optisch meist kaum von gewöhnlichem Putz. Er kann sowohl an Innen- als auch an Außenwänden vorkommen und wurde häufig als Zusatzstoff in Putzen, Spachtelmassen und Beschichtungen verwendet.
Risse, Bohrlöcher oder eine raue Oberfläche sind kein zuverlässiger Hinweis auf Asbest. Da sich die Fasern im Material befinden, lässt sich Asbest im Putz in der Regel nur durch die Untersuchung einer Materialprobe nachweisen.
Asbesthaltige Kleber wurden früher häufig für Fliesen, PVC-Böden und andere Bodenbeläge verwendet. Von außen sind sie meist gar nicht sichtbar, da sie unter dem eigentlichen Belag liegen.
Verdächtig sind vor allem ältere Boden- und Wandbeläge in Gebäuden aus der Zeit vor dem Asbestverbot. Wenn sich beim Entfernen alter Fliesen oder Böden schwarze, braune oder graue Kleberschichten zeigen, kann das ein Hinweis auf ältere Kleber sein. Ob tatsächlich Asbest enthalten ist, lässt sich jedoch nur durch eine Laboranalyse feststellen.
Was tun bei Asbestverdacht?
Nicht jedes asbesthaltige Material muss sofort entfernt werden. Entscheidend ist, in welchem Zustand sich das Material befindet und ob bei einer Renovierung, Sanierung oder einem Umbau Asbestfasern freigesetzt werden könnten.
Besteht der Verdacht auf Asbest, solltest Du zunächst klären lassen, ob das Material tatsächlich belastet ist. Eine professionelle Asbestuntersuchung zeigt nicht nur, ob Asbest vorhanden ist, sondern auch wo er sich befindet und welche Risiken von ihm ausgehen.
Zeigt die Untersuchung eine Asbestbelastung, können je nach Materialzustand unterschiedliche Maßnahmen erforderlich sein. In manchen Fällen kann das Material verbleiben, in anderen ist eine Sanierung oder Entfernung notwendig.
Asbest entsorgen
Für die fachgerechte Demontage und Entsorgung asbesthaltiger Materialien wird empfohlen, befugte Fachunternehmen zu beauftragen. Die Arbeiten müssen gemäß den in Österreich geltenden Arbeitnehmerschutz-, Abfall- und Gefahrstoffvorschriften durchgeführt werden.
Asbest erkennen: häufige Fragen
Die Kosten für einen Asbest-Test liegen je nach Anbieter, Analyseverfahren und Art der Probe häufig zwischen 50 und 150 Euro. Für umfangreichere Untersuchungen oder mehrere Proben können höhere Kosten anfallen. Die genauen Kosten erfährst Du beim jeweiligen Prüflabor oder Fachbetrieb.
Nein, Asbest lässt sich meist nicht sicher mit bloßem Auge erkennen. Baujahr, Material und Einsatzort können Hinweise liefern, Gewissheit bringt jedoch nur eine Laboruntersuchung einer Materialprobe.
Nachdem die Probe im Labor eingegangen ist, liegt das Ergebnis häufig innerhalb weniger Werktage vor. Einige Prüflabore bieten gegen Aufpreis auch eine beschleunigte Auswertung an.
Asbest ist Gipskartonplatten von außen in der Regel nicht anzusehen. Besonders bei älteren Trockenbaukonstruktionen kann eine Untersuchung sinnvoll sein, bevor Du bohrst, schneidest oder Wände öffnest. Eine sichere Aussage ist meist nur durch eine Laboranalyse möglich.
Die Nachweisgrenze hängt vom verwendeten Analyseverfahren und dem jeweiligen Labor ab. Genaue Angaben erhältst Du vom Prüflabor zusammen mit den Testunterlagen.
Nein, nicht jedes ältere Haus enthält Asbest. In Gebäuden, die vor 1990 gebaut oder saniert wurden, ist das Risiko jedoch erhöht, da Asbest damals in zahlreichen Baustoffen verwendet wurde. Auch in Gebäuden aus den frühen 1990er-Jahren können vereinzelt noch asbesthaltige Materialien vorhanden sein.
Ob Du Asbestfasern eingeatmet hast, lässt sich nicht unmittelbar feststellen. Nach einem einmaligen Kontakt treten in der Regel keine sofort spürbaren Beschwerden auf. Gesundheitliche Folgen können sich erst viele Jahre oder Jahrzehnte später entwickeln. Bei Verdacht auf eine stärkere Belastung solltest Du ärztlichen Rat einholen.









