Schallschutz im Trockenbau: Das Wichtigste in Kürze
Schallschutz im Trockenbau ist sinnvoll, wenn Gespräche, Musik oder Trittschall stören. Entscheidend sind Aufbau, Entkopplung, Dämmung und Beplankung der Konstruktion. Mit den passenden Maßnahmen können Trockenbauwände je nach Aufbau etwa 45 bis 75 dB Schall mindern.
Das solltest Du wissen:
- Doppelbeplankungen, gefüllte Hohlräume und versetzte Fugen erhöhen die Schalldämmung deutlich.
- Entkoppelte Anschlüsse mit Dichtungsband vermeiden Schallbrücken und verbessern den Schallschutz.
- Weiche, faserige Dämmstoffe in möglichst dicht gefüllten Hohlräumen reduzieren die Schallübertragung.
- Größere Hohlräume können die Schalldämmung verbessern. Entscheidend ist jedoch immer der geprüfte Wandaufbau des jeweiligen Trockenbausystems.
- Nachrüstungen richten sich nach der Schallart, etwa Luftschall oder Trittschall.
Trockenbauwand als Schallschutz
Ungewollter Lärm ist nicht nur nervig, sondern kann auch belastend sein und sogar das Gehör schädigen. Alles bis 50 dB gilt als Zimmerlautstärke und gerade noch angenehm. Darüber wird es schon unangenehmer und bei 120 dB ist die Schmerzgrenze erreicht und es geht in den schädlichen Bereich.
Bekannte Geräusche und ihre Lautstärke:
- Blätterrauschen in der Ferne: bis zu 20 dB
- Ruhiges Schlafzimmer bei Nacht: 20–40 dB
- Normales Sprechen: 40–60 dB
- Rand einer Verkehrsstraße: bis zu 80 dB
- Disco: 80–100 dB
- Motorkettensäge: 100–120 dB
Ohne geeignete Schalldämmmaßnahmen können Trockenbauwände Schall leichter übertragen als massive Wandkonstruktionen. Mit entsprechendem Aufbau lassen sich jedoch sehr hohe Schalldämmwerte erreichen. Mit den richtigen Maßnahmen, Dämmstoffen und Beplankungen kannst Du allerdings einen effektiven Schallschutz im Trockenbau erreichen.
Es lohnt sich also, direkt beim Trockenbau an die Schalldämmung zu denken. So ersparst Du Dir aufwendiges Nachrüsten, obwohl natürlich auch das möglich ist. Mehr dazu unter
Schallschutz durch Trockenbau: so geht's
Es gibt verschiedene Arten von Schall:
- Luftschall (z. B. Sprache, Musik)
- Körperschall (alles was sich in festen Stoffen ausbreitet, z. B. Hammerschläge)
- Trittschall (z. B. Schritte, Möbelrücken). Um diesen zu verringern, musst Du den Weg der Schallwellen von der Geräuschquelle zu Deinem Ohr verbauen. Für einen Trockenbauwand-Schallschutz bleiben Dir drei mögliche Schallschutz-Lösungen:
Schallweg verlängern:
Du erreichst einen schalldämmenden Trockenbau, indem Du das Ständerwerk, also die Profil-Unterkonstruktion, mit zwei oder mehr Lagen an Platten ausfüllst (Doppelbeplankung). Die Fugen aller Plattenlagen sollten versetzt liegen und gründlich verspachtelt sein. Die Hohlräume füllst Du mit Dämmmaterial.
Schallweg unterbrechen:
Du entkoppelst die Vorsatzschale, sodass kein direkter Kontakt zwischen Trockenbauwand und Massivwand besteht. Dazu musst Du sämtliche U-Profile, die an Boden, Wand oder Decke anschließen, auf der Rückseite mit einem speziellen Dichtungsband bekleben. Laut Masse-Feder-Prinzip kannst Du auch den Schallweg unterbrechen, wenn Du zwischen zwei Trockenbauwänden (Masse) eine Dämmschicht (Federung) einfügst. Wenn der Schall auf die erste Wand trifft, schwingt diese mit, gibt ihn aufgrund der Federung aber nicht an die zweite Wand weiter.
Schallübertragung dämmen:
Es gibt spezielle Schallschutzplatten, die aufgrund ihrer höheren Dichte weniger schwingen und den Schallwellen so ihr Durchkommen erschweren. Trotz des dichteren Kerns können diese Trockenbauplatten dünner sein als gewöhnliche Platten. So kannst Du die Trockenbauwand mehrfach beplanken, ohne dass Dir zu viel Raum verloren geht.
Wandaufbau mit Schallschutz
Mit den richtigen Bauteilen kannst Du nicht nur den Trockenbauwand-Schallschutz erhöhen, sondern auch den Brandschutz und die Stabilität der Wand. Was Du dafür brauchst:
- Unterkonstruktion aus Metallprofilen: Ideal für eine Schallschutzwand im Trockenbau ist ein Ständerwerk aus genormten Metallprofilen. Es ist flexibel und entkoppelt die Wandseiten voneinander.
- Spezielle Trockenbauplatten: Gipsplatten (Gipsfaser oder Gipskarton) sind im Gegensatz zu Holzplatten biegeweicher und haben dank hoher Dichte eine besonders gute Schalldämmung.

- Schalldämmung: Der Hohlraum zwischen den Beplankungen sollte mit einem weichen, faserigen Dämmstoff gefüllt werden. Solche Materialien absorbieren Schallwellen und reduzieren deren Übertragung durch die Wand. Für Trockenbauwände eignen sich insbesondere Mineralwolle-Dämmstoffe. Je besser der Dämmstoff Schall absorbiert, desto höher ist in der Regel die Schalldämmung der Wand. Lies hier mehr zum Thema
. - Entkoppelter Wandaufbau: Für einen guten Schallschutz sollten die beiden Wandseiten möglichst wenig direkte Berührungspunkte haben. Schallübertragungen lassen sich durch breitere Ständerprofile, versetzte Ständer oder spezielle schallentkoppelte Konstruktionen reduzieren. Auch eine Doppelbeplankung verbessert den Schallschutz durch die höhere Masse der Wand.
- Luftdichte Fugen: Schon kleine Undichtigkeiten können den Schallschutz deutlich verschlechtern. Deshalb sollten die Fugen zwischen den Trockenbauplatten fachgerecht verspachtelt und die Anschlüsse an Boden, Decke und Wände mit einem geeigneten Dichtstoff dauerhaft luftdicht ausgeführt werden.
In Österreich werden Anforderungen an den baulichen Schallschutz durch die OIB-Richtlinie 5 „Schallschutz“ sowie die ÖNORM-Reihe B 8115 geregelt. Diese bilden die Grundlage für die Planung und den Nachweis des Schallschutzes im Hochbau.
Für Trockenbauwände gibt es spezielle Schallschutzprofile, sogenannte dB-Profile. Durch ihre besondere Profilgeometrie und Prägung erhöhen sie die Stabilität der Unterkonstruktion und können den Schallschutz der gesamten Wandkonstruktion verbessern. Je nach System können Schallschutzprofile die Schalldämmung einer Trockenbauwand deutlich verbessern. Die tatsächlich erreichbaren Werte sind anhand der jeweiligen Systemnachweise des Herstellers sowie der in Österreich geltenden Anforderungen zu beurteilen.
Die Profile verfügen über spezielle Prägungen und vorgefertigte Schraubpunkte, die die Montage erleichtern. Verarbeitet werden sie ähnlich wie herkömmliche CW- und UW-Profile.

Bleib in einem Herstellersystem!
Achte darauf, dass Du Material für Ständerwerk und Platten immer aus derselben Systemlinie eines Herstellers verwendest. Die Produkte sind bereits aufeinander abgestimmt. Neben Metallprofilen und Gipsplatten kannst Du auch Fugenmasse, Dichtungsband bzw. Dichtstoff, Putz usw. von diesem wählen.
Im Folgenden findest Du Beispiele für den Wandaufbau mit dB-Profil und eingebauter Dämmung bzw. Schalldämmung. Wichtig: Hierbei muss das Dämmmaterial nicht die gesamte Profilbreite ausfüllen. Im letzten Beispiel siehst Du konkret die Ausführung des Wandanschlusses (Draufsicht).
Schallbrücken vermeiden
Vermeide beim Wandaufbau Schallbrücken! Dafür entkoppelst Du alle Anschlüsse von vorgesetzten Bauteilen sowie Metallprofile mit Zwischendämmung von Wand, Decke, Fenster, Tür oder Boden. Achte zudem auf eine hohe Materialdichte. Je höher die Dichte eines Werkstoffs beim Trockenbau, desto höher ist der Schallschutzwert.
Dämmung als Schallschutz
Beim Trockenbau verbessert eine Dämmung den Schallschutz deutlich. Gut geeignet sind faserige Dämmstoffe wie Steinwolle, Glaswolle oder Holzfaserdämmplatten mit hoher Rohdichte. Sie absorbieren Schallwellen und reduzieren deren Übertragung durch die Wand.
Wichtig ist, dass der Hohlraum im Ständerwerk vollständig und ohne Lücken gefüllt wird. So lässt sich die Schallübertragung innerhalb der Konstruktion verringern und die Schwingungsübertragung zwischen den Wandseiten reduzieren.
Zusammen mit einer geeigneten Beplankung und einer möglichst schallentkoppelten Konstruktion entsteht eine Trockenbauwand mit deutlich besserem Schallschutz.
Achte außerdem darauf, Fugen, Anschlüsse sowie Kabel- und Rohrdurchführungen sorgfältig abzudichten. Schon kleine Undichtigkeiten können die Schalldämmung spürbar verschlechtern.

Trockenbauwand: Schallschutz nachrüsten
Wenn Du eine bereits bestehende Trockenbauwand mit einem Schallschutz nachrüsten willst, ist es wichtig zu wissen, gegen welche Art von Schall die Maßnahme helfen soll: Schall, der von außen in einen Raum getragen wird (Luftschall), oder Schall, der im Gebäude erzeugt wird (z. B. Trittschall).
Um Schall abzudämmen, der von außen ins Gebäude dringt, kannst Du Deine Trockenbauwände mit sogenannten Schallschutzplatten aufrüsten. Gut geeignet sind Gipskartonplatten oder Gipsfaserplatten. Diese musst Du in Hohlräumen auf der Innenseite der Außenwand montieren. In Kombination mit einer gedämmten Vorsatzschale können sie zusätzlich zur Verbesserung des Schallschutzes auch zur Optimierung des Wärmeschutzes beitragen.

Trockenbauwand Schallschutz mit Doppelbeplankung
Alternativ kannst Du Deine Trockenbauwand um einen Schallschutz nachrüsten, indem Du eine zweite Trockenbauwand einziehst und den Zwischenraum mit Dämmmaterial füllst. Hierbei ist zu beachten, dass Quadratmeter verloren gehen können. Wichtig: Metallprofile, zwischen denen Du die Schalldämmung klemmst, müssen von den übrigen Bauteilen entkoppelt werden. Klebe dafür selbstklebende Dichtungsbänder aus PE oder Dämmstreifen aus Filz unter die Profile.
Schallschutz Decke abhängen
Laute Musik, tobende Kinder, schwere Schritte – willst Du Lärm von oben reduzieren, kannst Du als Schallschutz die Decke abhängen. Im Trockenbau zum Einsatz kommen Direktabhänger, Schnellabhänger und Ankerabhänger, die Du mit Abstand an der Rohdecke montierst. Dadurch verhinderst Du, dass sich Geräusch übertragen oder verstärken.

- Montiere die Direktabhänger in einem Abstand von maximal 90 cm entlang der CD-Profile. Die äußeren Abhänger sollten etwa 15 bis 25 cm von der Wand entfernt sitzen. Bei schweren Schallschutzdecken mit dicker Dämmung oder mehrfacher Beplankung musst Du die Abstände verringern.
- Befestige die CD-Profile als Grundlattung an den Direktabhängern. Für einen verbesserten Schallschutz können die Profile mit schallentkoppelnden Dämm- oder Trennstreifen versehen werden. Als Dämmstoffe eignen sich beispielsweise Glaswolle, Steinwolle oder Holzfaserdämmplatten.
- Montiere anschließend die Traglattung aus CD-Profilen quer zur Grundlattung. Der Hohlraum wird mit Dämmstoff gefüllt. Schallentkoppelnde Trennstreifen zwischen Profilen und Beplankung können die Übertragung von Körperschall zusätzlich reduzieren.
- Verschraube zum Schluss die Trockenbauplatten mit der Unterkonstruktion. Für Schallschutzdecken eignen sich insbesondere Gipskarton- oder Gipsfaserplatten. Eine Doppelbeplankung verbessert den Schallschutz zusätzlich.
Schallschutz im Trockenbau: häufige Fragen
Für eine Schallschutzwand sind nicht alle Gipskartonplatten gleich gut geeignet. Grundsätzlich gilt: Je höher die Flächenmasse der Platte, desto besser ist in der Regel die Schalldämmung.
Gut: Standard-Gipskartonplatte + Dämmung + Doppelbeplankung.
Besser: Gipsfaserplatten aufgrund ihrer höheren Dichte.
Am besten: Spezielle Schallschutzplatten, die gezielt für hohe Schalldämmwerte entwickelt wurden. Diese erreichen bei gleichem Wandaufbau oft bessere Werte als herkömmliche Gipskartonplatten.
Für einen besonders guten Schallschutz eignen sich Gipsfaserplatten oder spezielle Schallschutzplatten. Durch ihre hohe Dichte reduzieren sie die Schallübertragung stärker als herkömmliche Gipskartonplatten. Den größten Effekt erzielt jedoch die Kombination aus schwerer Beplankung, Dämmung im Hohlraum und einer schallentkoppelten Unterkonstruktion.
Für einen guten Schallschutz sollte Deine Trockenbauwand mindestens 10 cm stark sein. Besonders wirksam sind Wandaufbauten mit Dämmung im Hohlraum und einer Doppelbeplankung. Für Wohnräume haben sich Wandstärken von etwa 12,5 bis 15 cm bewährt, da sie Geräusche deutlich besser dämmen als dünnere Konstruktionen.
Wichtiger als die reine Dicke ist jedoch eine vollständig gedämmte Hohlraumfüllung, eine schallentkoppelte Konstruktion und luftdicht ausgeführte Anschlüsse und Fugen. Dadurch kannst Du den Schallschutz oft stärker verbessern als durch einige Zentimeter mehr Wandstärke.
Für einen guten Schallschutz ist eine gedämmte Trockenbauwand mit Doppelbeplankung häufig wirksamer als eine dünne Porenbeton-Wand. Entscheidend sind nicht nur die Wandstärke, sondern auch die Dämmung, die Entkopplung der Bauteile und die luftdichte Ausführung aller Anschlüsse.
Es gibt auch freitragende Unterdecken, die eine ähnliche Funktion wie eine Vorsatzschale für die Wand erfüllen. Du kannst sie an Massivdecken, Holzbalkendecken sowie Trapezblechdecken anbringen. So geht's:
- Statt sie direkt an der Rohdecke zu montieren, befestigst Du eine freitragende Decke über Einfach- bzw. UW-Profilen entlang der darunter verlaufenden Wände. Für den Schallschutz solltest Du die Profile zur Wand hin mit Dichtungsbändern bekleben.
- Die Profile werden danach über Querträger, entweder Doppel- oder CW-Profilen, miteinander verbunden. Verschraubt hat die Metallkonstruktion so die Form eines T-Trägers.
- Die Lücken kannst Du mit Dämmmaterial füllen, bevor Du die Unterkonstruktion mit Trockenbauplatten verschließt und verspachtelst.
Wichtig ist, dass Du beim Decke abhängen für den Schallschutz jeweils in einem System bleibst.





















