Nicht jedes Rohr wird gleich verbunden. Entscheidend sind Material, Einsatzort und das Rohrsystem. Kupferrohre kannst Du zum Beispiel löten, pressen, klemmen oder quetschen, bei Kunststoff kommen je nach Rohr Kleben, Schweißen, Stecken oder Schrauben infrage.
Das solltest Du wissen:
- Die Verbindung muss zum Material des Rohrs passen.
- Bei Kupfer hast Du mehrere Möglichkeiten, die sich in Werkzeug und Verarbeitung unterscheiden.
- PVC-Rohre können durch Kleben verbunden werden.
- Für Kunststoffrohre kommen je nach Rohrsystem auch Schweißen, Stecken oder Schrauben infrage.
- Mehrschichtverbundrohre werden mit passenden Verbindern verarbeitet.
Rohrverbindungen im Überblick
Es gibt durchaus mehr Verbindungsmethoden, als Du vielleicht denkst. Nicht alle eignen sich für jeden Zweck oder jedes Material. Es ist beispielsweise ein großer Unterschied, ob Du unlösbare oder lösbare Verbindungen schaffen möchtest.
Mit folgenden Methoden stellst Du unlösbare Verbindungen her:
- Schweißen
- Löten
- Kleben
- Pressen
- Schieben
- Quetschen
Das sieht bei den lösbaren Verbindungen anders aus. Zu ihnen zählen einfache Schraub- und Steckverbindungen, Verbindungen mit Rohrkupplungen und Klemmverbindungen.

Anwendungsbereiche für Rohrverbindungen
Überall dort, wo Rohre im Einsatz sind, gibt es auch Rohrverbindungen. Hier bekommst Du einen Überblick über die unterschiedlichen Verbindungsarten:
- gerade Verbindungen
- Richtungswechsel durch Winkel oder Bögen
- Abzweigungen durch T-Stücke
- Verbindung zu Einbauteilen
- Trennstellen für Montage- und Wartungsarbeiten
- Rohre mit unterschiedlichen Durchmessern miteinander verbinden
- Reduzierungen bzw. Durchmesserwechsel
- Bei Übergängen zwischen unterschiedlichen metallischen Rohrwerkstoffen müssen geeignete Übergangsfittings verwendet und mögliche Korrosionseffekte berücksichtigt werden.
Kupferrohre lassen sich auf verschiedenen Wegen zusammenfügen. Sie werden für gewöhnlich geklemmt, gequetscht, gepresst oder gelötet.
Kupferrohre löten
Kupferrohre können je nach Einsatzbereich und Rohrsystem auch durch Löten miteinander verbunden werden. Dafür benötigst Du geeignete Lötfittings, Lot und Flussmittel sowie ein für die Rohrinstallation geeignetes Lötgerät.
Bei Trinkwasserinstallationen müssen die verwendeten Materialien und das Verbindungsverfahren für diesen Einsatzbereich geeignet sein. Beachte dabei die geltenden technischen Vorgaben und die Herstellerangaben.
Bleifrei löten
Nutze beim Löten von Trinkwasserleitungen nur bleifreies Lot.
Kupferrohre mit Pressfittings verbinden
Pressfittings ermöglichen eine zweckmäßige, schnelle und vor allem sichere Verarbeitung, denn die Rohre werden nur auf die gewünschte Länge geschnitten und mithilfe des Fittings verbunden. Pressfittings haben folgende Vorteile:
- Zeitersparnis durch schnelle Verarbeitung
- sichere Verarbeitungstechnik ohne Flamme
- kein Transport von schweren Gasflaschen
- saubere Optik durch präzise Verarbeitung
- Die Presskontrolle „dicht/undicht“ ist unmittelbar nach der Montage möglich.
Je nach Fittingsystem kommen unterschiedliche Dichtelemente zum Einsatz. Ob ein Pressfitting für Heizungs- oder Trinkwasserleitungen geeignet ist, richtet sich nach dem jeweiligen Produkt und dessen vorgesehenem Einsatzbereich.
Was ist EPDM?
EPDM steht für Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk. Der synthetische Kautschuk zeichnet sich unter anderem durch eine gute Beständigkeit gegenüber Wasser, Wasserdampf, Alterung und Witterung aus. Der zulässige Temperaturbereich hängt vom jeweiligen Produkt und Einsatzbereich ab.
Wird das Kupferrohr für eine Gasleitung genutzt, können die Kupferrohre durch spezielle Gasfittings verbunden werden. Gasfittings sind für Trinkwasser nicht geeignet. Damit Du die Fittings gut auseinanderhalten kannst, haben Gasfittings gelbe Kennzeichnungen.
Achtung: Arbeiten an Gasinstallationen dürfen nur entsprechend den geltenden österreichischen Vorschriften und technischen Regeln durchgeführt werden. Lass Arbeiten an Gasleitungen und Gasinstallationen von einem dazu befugten Fachbetrieb durchführen.
Kupferrohre klemmen
Rohre aus Kupfer lassen sich auch schnell mit Klemmringverschraubungen verbinden. Mit ihnen kannst Du ohne Presszange und Pressbacken preisgünstige Rohrverbindungen herstellen.
Durch das Festziehen wird der Klemmring verformt und somit der Stützkopf fixiert. Neben dem Rohr und dem Verbindungsstück benötigst Du lediglich eine Rohrschere oder einen Kupferrohrschneider, einen Schraubenschlüssel sowie einen Rohrkalibrierer und einen Rohrentgrater.
Kupferrohre quetschen
Quetschverschraubungen finden vor allem bei Sanitäranlagen ihre Verwendung. Das System besteht aus einer konisch geformten Überwurfmutter, die mit dem Dichtring über den sogenannten Klemmkonus zusammengedrückt wird. Es folgt ein Einlegering, der das Verdrehen und Beschädigen der Gummidichtung verhindert, sowie die Quetschdichtung. Letztere stellt die eigentliche Dichtung zwischen den Rohren her.
Für die Montage benötigst Du je nach System geeignetes Werkzeug, beispielsweise einen Schraubenschlüssel.
Auf Eignung für Trinkwasser achten
Wenn Du nicht sicher bist, ob sich bestimmte Materialien für Trinkwasserinstallationen eignen, achte darauf, dass die verwendeten Rohre, Fittings und Werkstoffe für diesen Einsatzbereich geeignet und entsprechend zugelassen bzw. zertifiziert sind. In Österreich bietet unter anderem die ÖVGW entsprechende Informationen und Zertifizierungen.
Messing- und Stahlrohre verbinden
Für verzinkte Rohre aus Stahl und unbehandelte oder verchromte Messingrohre werden überwiegend Schraubfittings verwendet. Du verbindest Rohre und Fittings über die entsprechenden Gewinde, ohne dass Du löten, schweißen, klemmen, quetschen oder kleben musst.
Zur Montage kann je nach Rohrsystem außerdem geeignetes Werkzeug wie eine Wasserpumpenzange erforderlich sein.
Für Messing- und Stahlrohre gibt es auch Quetsch- und Klemmfittings. Bei Edelstahlrohren sieht es wieder anders aus. Die verbindest Du per Pressfitting, was übrigens genauso abläuft wie bei den Kupferrohren.
Kunststoffrohre lassen sich kleben, schweißen, schrauben und stecken. Klebefittings können je nach Rohrsystem und Material beispielsweise im Trinkwasser- oder Abwasserbereich eingesetzt werden. Ob sich ein Kunststoffrohr kleben lässt, hängt aber vom genauen Material ab. PE- oder PB-Rohre eignen sich z. B. nicht für Klebverbindungen. Hier kommen je nach Rohrsystem andere Verbindungstechniken, beispielsweise Schweißverfahren, zum Einsatz.
PVC-Rohre verbinden durch Kleben
Um Rohre miteinander zu verkleben, sind meistens 7 Schritte notwendig:
- Rohr auf die entsprechende Länge schneiden
- Enden entgraten und fasen
- Rohr in die Muffe, den Winkel o. Ä. einschieben und Einstecktiefe markieren
- Oberflächen reinigen – sie müssen staubfrei, fettfrei und trocken sein
- Klebstoff auftragen
- Rohr ins Fitting stecken und festdrücken
- Klebereste entfernen
Kunststoffrohre schweißen
Bestimmte Kunststoffrohre können durch Schweißen dauerhaft miteinander verbunden werden. Welches Schweißverfahren geeignet ist, hängt vom Rohrmaterial und dem jeweiligen Rohrsystem ab. Dabei kommen spezielle, auf das Material abgestimmte Schweißverfahren und Geräte zum Einsatz.
Halte Dich bei der Verarbeitung immer an die Vorgaben des Rohr- und Fittingherstellers.
Kunststoffrohre stecken und schrauben
Viele Plastikrohre lassen sich auch einfach ineinanderstecken oder miteinander verschrauben. Siphons und Abflussrohre werden unter anderem auf diese Weise miteinander verbunden. Diese einfache, schnelle und unkomplizierte Verbindung ist in diesen Fällen möglich, weil quasi kein Druck und nur niedrige Temperaturen auf die Rohre einwirken.
Für stabilere und unlösbare Verbindungen gibt es noch die Schiebehülsentechnik. Die findest Du teilweise bei Heizungsinstallationen. Hierbei steckst Du zunächst eine Hülle auf das Rohr. Anschließend verbindest Du das Rohr lose mit einem speziellen Fitting, das Rillen auf der Außenseite hat. Wenn Du die Hülse nun in Richtung des Fittings schiebst, presst Du Fitting und Rohr zusammen. Dabei graben sich die Rillen des Fittings in die Innenseite des Kunststoffrohrs. Eine zusätzliche Dichtung ist nicht notwendig.
Mehrschichtverbundrohre verbinden
Diese Rohre bestehen aus mehreren Materialien – meistens Aluminium und Kunststoff. Für Verbindungen kommen hauptsächlich Press- und Schraub- bzw. Quetschfittings infrage.
Die Pressfittings können im Vergleich zu Produkten für Kupferrohre komplexer aufgebaut sein. Je nach Fittingsystem bestehen sie beispielsweise aus
- einem Messingkörper,
- O-Ringen zur Abdichtung,
- einer Presshülse und
- weiteren systemabhängigen Bauteilen.
Wie Du die Verbindungen herstellst, ist in beiden Fällen ähnlich wie bei den Kupferrohren.
Im Bereich der Versorgungstechnik kommen immer wieder neue Produkte auf den Markt, die Dir die Montage erleichtern. Mach Dich also am besten vor dem Kauf schlau, ob es Neuheiten gibt, mit denen Du noch effektiver arbeiten kannst.
Rohre verbinden: häufige Fragen
Je nach Rohrmaterial und Einsatzbereich kannst Du Rohre z. B. schweißen, löten, kleben, pressen, klemmen, verschrauben oder zusammenstecken. Welche Methode geeignet ist, hängt unter anderem davon ab, ob die Verbindung dauerhaft oder wieder lösbar sein soll.
Ohne Schweißen kannst Du Rohre je nach Material beispielsweise pressen, löten, kleben, klemmen, verschrauben oder stecken. Achte darauf, dass Verbindungstechnik und Fittings für das jeweilige Rohrmaterial und den Einsatzzweck geeignet sind.
Ja, verzinkte Stahlrohre und Edelstahlrohre lassen sich miteinander verbinden, allerdings solltest Du dabei auf geeignete Übergangsfittings und die Korrosionsgefahr zwischen unterschiedlichen Metallen achten. Besonders bei Trinkwasser- und Heizungsinstallationen muss die Verbindung zum jeweiligen Rohrsystem passen.
Zu den gängigen Rohrverbindungen zählen Schweißen, Löten, Kleben, Pressen, Klemmen, Quetschen, Schrauben und Stecken. Welche davon infrage kommt, richtet sich vor allem nach Rohrmaterial, Einsatzbereich und gewünschter Lösbarkeit der Verbindung.







