Für Arbeiten in der Höhe ist die Wahl zwischen Leiter und Gerüst entscheidend. Eine Leiter eignet sich vor allem für kurze, einfache Tätigkeiten, während ein Gerüst bei längeren Arbeiten mehr Stabilität und Bewegungsfreiheit bietet. Ausschlaggebend sind Arbeitshöhe, Einsatzdauer sowie ein sicherer Stand.
Das solltest Du wissen:
- Die passende Leitergröße richtet sich nach der benötigten Arbeitshöhe und dem sicheren Erreichen des Arbeitsbereichs.
- Ein fester, ebener Untergrund ist Voraussetzung für den sicheren Einsatz von Leitern und Gerüsten.
- Ein Gerüst ist oft die bessere Wahl, wenn längere Arbeiten oder häufige Positionswechsel anstehen.
- Sichere Nutzung hat Vorrang vor Reichweite oder Flexibilität des Arbeitsmittels.
Vor dem Kauf einer Leiter oder eines Gerüsts solltest Du Dir überlegen, was für Dein Projekt wirklich erforderlich ist. Brauchst Du die Leiter oder das Gerüst für Arbeiten im Innen- oder Außenbereich? Welche Höhe möchtest Du maximal erreichen? Wird die Leiter oder das Gerüst privat oder gewerblich genutzt? Bei einer Leiter solltest Du Dir zudem überlegen, ob eine ausreichend stabile Anlegefläche vorhanden ist, ob die Leiter frei stehen oder auf einer Treppe eingesetzt werden soll. Verwende auf Treppen nur eine dafür geeignete Leiter in einer vom Hersteller vorgesehenen Aufstellvariante.
Für kurze und einfache Arbeiten kann eine geeignete Leiter ausreichend sein. Bei längeren, kraftaufwendigen oder großflächigen Arbeiten ist ein geeignetes Gerüst oder eine Arbeitsbühne meist die sicherere Wahl.
Die richtige Leitergröße ermitteln
Bei der Wahl der richtigen Leiter geht es um die drei Maße: Standhöhe, Arbeitshöhe und Reichhöhe.
- Die Standhöhe (1) bezeichnet die Höhe der Standfläche, auf der Du entsprechend der Herstellerangaben höchstens stehen darfst.
- Als Arbeitshöhe (2) wird der Bereich bezeichnet, in dem Du auf Körperhöhe arbeitest, zum Beispiel mit einer Bohrmaschine. Als Orientierungswert liegt die Arbeitshöhe etwa 1,50 m über der Standhöhe. Sie kann je nach Körpergröße, Körperhaltung und Tätigkeit abweichen.
- Die Reichhöhe (3) bezeichnet die Höhe, die Du von der Standhöhe aus erreichen kannst. Als Orientierungswert liegt sie etwa 2,00 m über der Standhöhe und kann je nach Körpergröße abweichen.

Alle Angaben in Metern!

Sicher Arbeiten mit Leitern
Mit umfangreichem Zubehör kannst Du Deine Leiter ganz nach Deinen Wünschen ergänzen. Ein hochklappbarer Universal-Leiterntritt schafft einen sicheren Standplatz auf der Leiter durch eine mittig über der Sprosse angeordnete Trittfläche. Wandabstandshalter für Sprossenleitern sind mit oder ohne Ablagefläche erhältlich.
Diese und viele weitere Artikel dienen der Sicherheit oder erleichtern Dir das Arbeiten auf der Leiter. Welches Zubehör mit Deiner Leiter kombinierbar ist, erfährst Du direkt auf der Artikelseite oder von einem HORNBACH Mitarbeiter!
Bevor Du mit der Leiter zur Tat schreitest, solltest Du zu Deiner eigenen Sicherheit die folgenden Punkte beachten:
- Eignet sich die Leiter für das Vorhaben?
- Entspricht die Leiter den geltenden Sicherheitsanforderungen und ist sie für den vorgesehenen Einsatz geeignet?
Vor jeder Benutzung sollte die Leiter auf Beschädigungen geprüft und von Verunreinigungen befreit werden. Schmutz, Öl oder andere rutschige Verunreinigungen können ein Sicherheitsrisiko darstellen. Lang genug muss die Leiter für das Projekt natürlich auch sein.
Info: ÖNORM EN 131
Die EN 131 ist eine europäische Normenreihe für tragbare Leitern. In Österreich wird sie als ÖNORM EN 131 übernommen. Sie legt Anforderungen und Prüfverfahren unter anderem für die Konstruktion, Stabilität, Festigkeit und Kennzeichnung von Leitern fest.
Bei Leitern nach EN 131 wird zwischen Leitern für den allgemeinen beruflichen Gebrauch und Leitern für den nicht beruflichen Gebrauch unterschieden. Für welchen Gebrauch eine Leiter vorgesehen ist, erkennst Du an der Kennzeichnung und den Herstellerangaben.
Die Normenreihe besteht aus mehreren Teilen. Dazu gehören unter anderem:
- EN 131-1: Benennungen, Bauarten und Funktionsmaße
- EN 131-2: Anforderungen, Prüfung und Kennzeichnung
- EN 131-3: Kennzeichnung und Benutzerinformation
- EN 131-4: Ein- oder Mehrgelenkleitern
- EN 131-6: Teleskopleitern
- EN 131-7: mobile Leitern mit Plattform
Für Tritthocker gilt EN 14183, für Bodentreppen EN 14975.
Tragbare Anlegeleitern sowie Leiterteile, die als Anlegeleiter verwendet werden können, benötigen bei einer Länge von mehr als 3 m eine vergrößerte Standbreite oder eine andere dafür vorgesehene Maßnahme zur Sicherung der Standsicherheit, beispielsweise eine Traverse, seitliche Stützen oder eine geeignete Einhängevorrichtung.
Ältere Leitern müssen nicht allein deshalb ersetzt werden, weil eine neuere Normfassung veröffentlicht wurde. Verwende eine Leiter jedoch nur, wenn sie unbeschädigt, standsicher und für den vorgesehenen Einsatz geeignet ist. Im gewerblichen Bereich gelten zusätzlich die österreichischen Arbeitsschutzbestimmungen und Prüfpflichten.
Beim Aufstellen der Leiter musst Du einiges beachten, damit Du sicher arbeiten kannst. Der Untergrund muss eben, waagerecht, tragfähig und rutschfest sein. Lehne Anlegeleitern nur an ausreichend festen und tragfähigen Flächen an.
Sprossen und Stufen müssen waagerecht ausgerichtet sein. Öffne Stehleitern immer vollständig und verriegle die vorhandene Spreizsicherung. Versetze eine Leiter niemals, solange sich eine Person darauf befindet. Verwende eine Stehleiter nicht als Anlegeleiter, sofern sie vom Hersteller nicht ausdrücklich für diese Gebrauchsstellung vorgesehen ist.
Verwende Leitern nicht als Laufbrücke, waagrechte Arbeitsfläche oder Unterlage für Gerüstbeläge, sofern sie nicht ausdrücklich dafür vorgesehen sind. Und Vorsicht! Verändere die Leiter nicht und kombiniere sie nicht mit selbst gebauten Konstruktionen oder ungeeigneten Hilfsmitteln. Sichere Fenster und Türen im Arbeitsbereich gegen unbeabsichtigtes Öffnen. Stelle Leitern nicht vor Notausgängen oder in Fluchtwegen auf.
Nicht nur feste Flächen zum Anlehnen Deiner Leiter sind eine wichtige Voraussetzung für die eigene Sicherheit. Auch der richtige Anstellwinkel trägt entscheidend dazu bei.
Stelle Anlegeleitern im richtigen Winkel auf. Das Verhältnis zwischen Anlegehöhe und Abstand des Leiterfußes muss zwischen 3:1 und 4:1 liegen. Das entspricht einem Anstellwinkel von ungefähr 72° bis 76°. Beachte zusätzlich die Angaben in der Gebrauchsanleitung des Herstellers.
Dadurch wird das Risiko des Wegrutschens oder Abkippens verringert. Stelle die Leiter nicht auf lose Steine, Holzstücke oder andere ungeeignete Unterlagen. Achte unbedingt auf einen ebenen, tragfähigen und rutschfesten Untergrund. Achte auch auf Gartenboden oder Rasen auf einen ausreichend festen und tragfähigen Untergrund. Verwende bei Bedarf eine für die Leiter geeignete und vom Hersteller vorgesehene Sicherung, beispielsweise Erdspieße.
Kontrolliere vor dem Besteigen einer Stehleiter, ob alle vorhandenen Sicherheitseinrichtungen, insbesondere Spreizsicherungen und Gelenkverriegelungen, vollständig eingerastet beziehungsweise gespannt sind.
Sichere die Leiter entsprechend der Gebrauchsanleitung gegen Wegrutschen und Umfallen. Das zusätzliche Festhalten durch eine zweite Person kann die Sicherheit erhöhen, ersetzt aber keine geeignete Sicherung der Leiter.

Leitern sind nur für leichte Arbeiten von kurzer Dauer geeignet. Benutze für den längeren Gebrauch ein Gerüst.
Nur mit festen und rutschsicheren Schuhen ist ein sicherer Halt beim Benutzen der Leiter möglich. Deine Hände sollten für den Auf- und Abstieg frei sein. Steig außerdem immer mit dem Gesicht zur Leiter auf- und ab und verstaue das Werkzeug und Material, das Du brauchst, in geeigneten Taschen. Übermäßige seitliche Belastungen, z. B. beim Bohren in Mauerwerk oder Beton, solltest Du vermeiden.
Stelle die Leiter im Freien bei ungünstigen Wetterbedingungen wie starkem Wind nicht auf und überschreite nicht die maximale Nutzlast der Leiter. Besteige Leitern nur bis zu der vom Hersteller freigegebenen höchsten Sprosse oder Stufe. Beachte die Kennzeichnung auf der Leiter und die Gebrauchsanleitung. Du musst jederzeit sicher stehen und Dich festhalten können. Kannst Du den Arbeitsbereich nicht ohne seitliches Hinauslehnen erreichen, steige ab und stelle die Leiter neu auf oder verwende ein geeignetes Gerüst.
Die Größe von Stehleitern mit Plattform sowie von Podestleitern solltest Du so wählen, dass Du Dich bei der Arbeit nicht recken musst, um die maximal erforderliche Arbeitshöhe zu erreichen.
Reparatur und Lagerung der Leiter
Lass Reparaturen und Wartungsarbeiten von einer fachkundigen Person entsprechend der Anleitung des Herstellers vornehmen. Hinweise zur richtigen Lagerung findest Du ebenfalls in der Herstelleranleitung.

Die stabile Alternative: das Gerüst
Auf einem geeigneten und korrekt aufgebauten Gerüst kannst Du auch größere Montage- und Wartungsarbeiten mit mehr Bewegungsfreiheit durchführen.
Einige Gerüste eignen sich eher für Innenräume, andere haben im Außenbereich große Vorteile. Vor dem Kauf solltest Du Dir überlegen, welche maximale Arbeitshöhe notwendig ist und ob eine oder zwei Personen auf dem Gerüst arbeiten werden. Die mögliche Arbeitshöhe ergibt sich aus dem Gerüstsystem und den dafür zugelassenen Modulen.
Viele moderne Gerüstsysteme bieten bei vergleichsweise geringem Gesamtgewicht eine hohe Stabilität und lassen sich mit wenigen Handgriffen aufbauen. Ob Werkzeug erforderlich ist und wie sich das Gerüst transportieren lässt, hängt vom jeweiligen System ab. Die Rahmenbauteile von kleineren Gerüsten lassen sich sogar in kleineren Lieferfahrzeugen transportieren. Wahlweise gibt es zusammenklappbare Faltrahmen, die sich besonders platzsparend transportieren lassen und je nach Abmessung durch übliche Türöffnungen passen. Fahrgerüste sind mit Rollen ausgestattet und können entsprechend der Aufbau- und Gebrauchsanleitung versetzt werden. Andere Gerüstsysteme müssen für einen Standortwechsel gegebenenfalls ab- und wieder aufgebaut werden.

- Baue das Gerüst entsprechend der Aufbau- und Gebrauchsanleitung des Herstellers auf. Je nach Gerüsttyp und Aufbauhöhe können dafür eine oder mehrere Personen erforderlich sein.
- Prüfe vor dem Aufbau, ob alle erforderlichen Bauteile und Sicherheitseinrichtungen vollständig und unbeschädigt vorhanden sind.
- Stelle das Gerüst lotrecht, standsicher und auf einem ausreichend tragfähigen, ebenen Untergrund auf. Beachte die Vorgaben zur Ausrichtung in der Aufbau- und Gebrauchsanleitung.
- Montiere Geländer, Verstrebungen, Ausleger, Bordbretter und alle weiteren Sicherheitsteile vollständig entsprechend der Aufbau- und Gebrauchsanleitung des Herstellers.
- Überprüfe nach dem Aufbau alle Verbindungen und Sicherungen. Stelle bei Fahrgerüsten die Bremsen der Fahrrollen fest, bevor Du das Gerüst betrittst.
- Verschiebe ein Fahrgerüst nur entsprechend der Aufbau- und Gebrauchsanleitung und niemals, solange sich Personen oder lose Gegenstände darauf befinden.
- Durchstiegsklappen müssen immer geschlossen sein – außer beim Durchsteigen.
- Halte unbedingt die maximal zulässige Belastung des Gerüsts ein.
- Beachte die zulässige Belastung jeder Arbeitsebene und verteile Werkzeuge und Materialien so, dass das Gerüst nicht überlastet wird.
- Verwende keine beschädigten Gerüstelemente. Ersetze sie nur durch geeignete und für das jeweilige Gerüstsystem zugelassene Teile entsprechend den Herstellerangaben.
- Beachte beim Einsatz im Freien die zulässige Windgeschwindigkeit laut Aufbau- und Gebrauchsanleitung. Verwende das Gerüst nicht, wenn Wind oder andere Witterungseinflüsse seine Standsicherheit beeinträchtigen können. Sichere fahrbare Gerüste nach der Verwendung entsprechend den Herstellerangaben gegen Umkippen und Wegrollen oder bringe sie in einen geschützten Bereich.
Denk an Deine Sicherheit
Dir zuliebe solltest Du beim Aufbau an Deine Sicherheit denken. Baue und verwende Gerüste ausschließlich entsprechend der Aufbau- und Gebrauchsanleitung des Herstellers. Verändere das Gerüst nicht und erweitere es nicht durch selbst gebaute Konstruktionen oder ungeeignete Bauteile.
Achte beim Arbeiten mit einer Leiter oder einem Gerüst auch auf die passende Arbeitskleidung. Gesundheit ist Dein wichtigstes Kapital und Voraussetzung dafür, dass Du jedes Projekt meisterst.
Arbeiten mit Leitern und Gerüsten: häufige Fragen
Bei privaten Heimwerkerarbeiten ist die mögliche Einsatzhöhe von der Bauart, der freigegebenen Länge und der Gebrauchsanleitung der Leiter abhängig. Arbeite nur in einer Höhe, in der Du sicher stehen und den Arbeitsbereich ohne seitliches Hinauslehnen erreichen kannst. Für längere, kraftaufwendige oder großflächige Arbeiten ist ein geeignetes Gerüst oder eine Arbeitsbühne meist die sicherere Wahl.
Ein für den privaten Gebrauch vorgesehenes Gerüst kannst Du selbst aufbauen, wenn Du die Aufbau- und Gebrauchsanleitung des Herstellers einhältst und über die dafür erforderlichen Kenntnisse und körperlichen Voraussetzungen verfügst. Je nach Gerüsttyp und Aufbauhöhe können mehrere Personen oder besondere Fachkenntnisse erforderlich sein. Verwende das Gerüst erst, wenn es vollständig aufgebaut, standsicher und mit allen vorgesehenen Sicherheitseinrichtungen ausgestattet ist.
Zu den häufigsten Gerüstarten gehören Fassadengerüste, Raumgerüste und Fahrgerüste. Welche Variante passt, hängt davon ab, ob Du innen oder außen arbeitest, welche Arbeitshöhe erforderlich ist und ob das Gerüst versetzt werden soll.
Eine Konsole ist ein Anbauteil, das die Arbeitsfläche eines Gerüsts verbreitert. So kommst Du näher an schwer zugängliche Stellen und gewinnst zusätzlichen Arbeitsraum.
Eine Leiter ist vor allem für kurzfristige, leichte Arbeiten geeignet. Eine allgemeine tägliche Höchstdauer für private Heimwerkerarbeiten gibt es nicht. Dauert die Arbeit länger, ist sie körperlich anstrengend oder benötigst Du viel Werkzeug und Material, solltest Du ein geeignetes Gerüst oder eine Arbeitsbühne verwenden. Im gewerblichen Bereich gelten zusätzlich die österreichischen Arbeitsschutzbestimmungen und die betriebliche Arbeitsplatzevaluierung.
Eine Anlegeleiter muss auf einem tragfähigen Untergrund stehen und gegen Wegrutschen und Umfallen gesichert sein. Stelle sie im richtigen Winkel auf und lehne sie nur an ausreichend stabilen Flächen an. Beachte die Kennzeichnung der höchsten zulässigen Standposition sowie die Gebrauchsanleitung des Herstellers.
Wird die Leiter als Zugang verwendet, muss sie mindestens 1 m über die Ein- oder Ausstiegsstelle hinausragen, sofern keine andere sichere Haltemöglichkeit vorhanden ist. Beachte zusätzlich die Gebrauchsanleitung und die für den jeweiligen Einsatz geltenden Vorschriften.




