Blechdach
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Ein Blechdach ist eine leichte, langlebige Dachdeckung aus Metallblechen. Es eignet sich, wenn ein robustes, wartungsarmes Dach mit geringem Eigengewicht gefragt ist, zum Beispiel bei Sanierungen oder bei begrenzter Tragfähigkeit des Dachstuhls. Entscheidend für ein dauerhaft dichtes Dach sind die passende Materialwahl, ein durchdachter Dachaufbau und eine fachgerechte Montage.
Ein Blechdach ist ein Dach, dessen Eindeckung aus Metallblechen besteht. Häufige Materialien sind Stahl, Aluminium, Titanzink und Kupfer.
Die Bleche werden als Tafeln, Paneele oder Profile verlegt und bilden eine geschlossene, wasserführende Schicht.
Blechdächer sind deutlich leichter als klassische Dachziegel. Das entlastet die Dachkonstruktion und kann bei älteren Gebäuden oder Aufstockungen ein Vorteil sein. Durch unterschiedliche Profile, Oberflächen und Beschichtungen entstehen verschiedene Optiken und Schutzfunktionen.
Für Blechdächer kommen vor allem drei Profilformen zum Einsatz: Trapezbleche, Wellbleche und Metallziegel.
Ein Blechdach bietet technische Vorteile, bringt aber auch Punkte mit, die bei Planung und Ausführung beachtet werden müssen.
Vorteile von Blechdächern
- Geringes Gewicht, dadurch geringere Belastung für den Dachstuhl
- In der Regel schnelle Verlegung durch großformatige Elemente
- Hohe Witterungsbeständigkeit bei geeigneter Beschichtung
- Je nach System auch für flache Dachneigungen nutzbar
- Verschiedene Profile und Farben verfügbar
- Meist gut für Schneefangsysteme und Photovoltaik-Montage geeignet
Nachteile und Herausforderungen
- Deutlich wahrnehmbare Regengeräusche ohne zusätzliche Schalldämmung
- Korrosionsgefahr bei Stahlblech, wenn Beschichtungen beschädigt sind
- Materialausdehnung bei Temperaturwechseln, daher sorgfältige Befestigung nötig
- Hohe Anforderungen an saubere Anschlüsse und Durchdringungen
Stahlblech:
Verzinkt und meist zusätzlich beschichtet. Robust und vergleichsweise günstig, aber korrosionsanfällig bei beschädigter Schutzschicht.
Aluminium:
Korrosionsbeständig und sehr leicht. Geeignet in korrosiven Umgebungen, etwa in Küstennähe. In der Regel teurer als Stahl.
Titanzink:
Zinklegierung mit langer Lebensdauer und typischer, mattgrauer Patina. Häufig bei Stehfalzdächern im Einsatz.
Kupfer:
Sehr langlebig, bildet im Lauf der Zeit eine charakteristische Patina. Deutlich höhere Materialkosten, eher für besondere Architektur oder Akzentflächen.
Blechdächer sind für viele geneigte Dächer geeignet. Die genaue Mindestdachneigung hängt vom jeweiligen System ab, etwa Trapezblech, Stehfalz oder Dachpfannenprofil.
- Für klassische Sattel-, Pult- und Walmdächer gut geeignet
- Je nach Produkt auch bei geringerer Dachneigung einsetzbar als Ziegel
- Bei komplexen Dachformen ist eine sorgfältige Planung der Anschlüsse nötig
Wichtig sind die Vorgaben der Hersteller zu Mindestneigung, Unterkonstruktion und Befestigung. Sie sind entscheidend für Regensicherheit und Dauerhaftigkeit.
Der Aufbau eines geneigten Blechdachs besteht aus mehreren Schichten. Die konkrete Ausführung richtet sich danach, ob das Dach gedämmt ist und ob der Raum darunter genutzt wird.
Regen- und Hagelgeräusche sind ein häufiges Thema bei Blechdächern. Ohne zusätzliche Maßnahmen sind Tropfgeräusche im Innenraum gut hörbar, weil die Tropfen direkt auf die dünne Metallfläche treffen.
Die Lautstärke lässt sich reduzieren durch:
- ausreichende Wärmedämmung mit guter Schalldämmung
- vollflächige Schalung statt reiner Lattung
- spezielle Schalldämm-Matten unter dem Blech
- sorgfältige Befestigung, um Klappergeräusche zu vermeiden
Mit einem passenden Dachaufbau lassen sich die Geräusche auf ein übliches Wohnniveau begrenzen.
Ein Blechdach kann sich insbesondere anbieten, wenn:
- ein leichtes Dachmaterial benötigt wird, etwa bei begrenzter Tragreserve
- eine einfache Dachform mit wenigen Durchdringungen vorliegt
- ein zügiger Baufortschritt wichtig ist
- eine energetische Sanierung mit Verbesserung des Wärmeschutzes geplant ist
- eine robuste Dachoberfläche mit klar planbaren Wartungsintervallen gewünscht ist
Voraussetzung ist eine abgestimmte Planung: Unterkonstruktion, Dämmkonzept, Befestigung, Anschlussdetails und Dachentwässerung müssen zueinander passen.
Wie lange hält ein Blechdach?
Die Lebensdauer eines Blechdachs hängt von Material, Beschichtung und Ausführung ab. Stahlbleche mit hochwertiger Beschichtung erreichen bei fachgerechter Montage und regelmäßiger Wartung oft mehrere Jahrzehnte. Titanzink- und Kupferdächer können bei üblicher Beanspruchung noch länger funktionsfähig bleiben.
Regelmäßige Sichtkontrollen, gereinigte Dachrinnen und die frühzeitige Beseitigung kleiner Schäden tragen wesentlich zur Lebensdauer bei.
Ist ein Blechdach lauter als ein Ziegeldach?
Ohne zusätzliche Schalldämmung ist ein Blechdach bei Regen und Hagel in der Regel hörbarer als ein Ziegeldach. Ursache ist die dünne Metallfläche, auf die die Tropfen direkt auftreffen.
Durch eine geeignete Dämmung, eine vollflächige Schalung und bei Bedarf zusätzliche Schalldämm-Matten lässt sich das Geräuschniveau deutlich reduzieren, sodass ein normales Wohnen unter dem Dach möglich ist.
Kann man auf ein bestehendes Dach einfach ein Blechdach aufbringen?
In manchen Fällen ist es möglich, ein Blechdach auf eine bestehende Konstruktion aufzubringen, zum Beispiel im Rahmen einer Sanierung. Dafür müssen Statik, vorhandener Dachaufbau, Feuchteschutz und Brandschutz geprüft werden.
Ob eine direkte Aufbringung oder ein kompletter Neuaufbau sinnvoll ist, lässt sich nur durch eine konkrete Planung und die Bewertung des Ist-Zustands durch Fachleute entscheiden.








