Epoxidharz eignet sich zum Gießen, Beschichten und Versiegeln von Oberflächen sowie für dekorative Projekte. Entscheidend sind geeignetes Harz, das richtige Mischungsverhältnis von Harz und Härter sowie die zulässige Schichtdicke.
Das solltest Du wissen:
- Epoxidharz besteht aus Harz und Härter, die erst beim Mischen miteinander reagieren.
- Gießharz und Laminierharz unterscheiden sich in Verarbeitung und möglicher Schichtdicke.
- Das vorgegebene Mischungsverhältnis muss genau eingehalten werden, damit das Kunstharz richtig aushärtet.
- Luftblasen lassen sich durch sorgfältiges Mischen und Gießen reduzieren.
- Achte bei der Verarbeitung auf ausreichende Belüftung und beachte die Schutzmaßnahmen in den Herstellerangaben und im Sicherheitsdatenblatt.
Was ist Epoxidharz?
Epoxidharze sind Kunstharze, die in vielen Bereichen eingesetzt werden, unter anderem zur Versiegelung von Böden und als Bindemittel für Steinteppiche. Epoxidharz ist ein Kunststoff, der sich je nach Produkt zum Gießen, Beschichten oder Versiegeln eignet. Eigenschaften wie Transparenz, UV-Beständigkeit und mögliche Schichtdicke unterscheiden sich je nach Epoxidharzsystem.
Ideale Voraussetzungen für robuste Oberflächen, die Du bei Deinen DIY-Projekten vielseitig einsetzen kannst. Durch die Zugabe von Farbpigmenten kann das Epoxidharz vollständig eingefärbt werden oder es können interessante Farbverläufe entstehen. So kannst Du z. B. Arbeitsplatten und Tische versiegeln oder ganz individuelle Rivertische anfertigen. Kurz gesagt: Epoxidharz eignet sich für viele Reparaturarbeiten und zur Veredelung von Deko-Elementen aller Art: Tische, Untersetzer oder Lampen aus Epoxidharz u.v.m.
Bei Zwei-Komponenten-Systemen werden Harz und Härter in einem bestimmten Mischungsverhältnis zusammengeführt. Achte bei der Auswahl auf die Epoxidharzmenge und die Trocknungszeit. Es gibt Kunstharze, die speziell für dünne Schichten und zum Gießen von kleinen transparenten Modellen entwickelt wurden. Der Epoxidharzboden ist ein gutes Beispiel – mit Kunstharz werden Designböden veredelt und 3D-Böden versiegelt. Andere Kunstharze eignen sich zur Herstellung von dreidimensionalen Kunstobjekten und zum großflächigen Einbetten und Eingießen. Hier sind die angesagten Rivertische ein gutes Beispiel.
Epoxidharz wird beim Mischen heiß
Beim Mischen von Harz und Härter entsteht durch die chemische Reaktion Wärme. Bei größeren Mengen oder ungeeigneten Verarbeitungsbedingungen kann sich die Mischung stark erhitzen. Mische deshalb nur die vom Hersteller empfohlenen Mengen an und beachte die Angaben zur maximalen Gießhöhe und Verarbeitungstemperatur.


Epoxidharz gießen: Das brauchst Du.
Um Dein Projekt erfolgreich umzusetzen, brauchst Du neben dem eigentlichen Epoxidharz Becher zum Anrühren und Ausgießer für die Verarbeitung. Für die kreative Gestaltung können Farbpigmente und Dekoelemente wie Glitzer, Blüten, Blätter & Co. hilfreich sein. Zum Glätten nimmst Du einen Spachtel und ggf. einen Fön.
Um das fertige Werkstück besser aus der Form lösen zu können, brauchst Du ein Trennmittel – wir empfehlen Silikonspray. Dazu gesellen sich Schleifpapiere in unterschiedlichen Körnungen (240–3000) und Polierpaste, die für Kunstharz geeignet ist. Zum Auftragen der Polierpaste greifst Du am besten zu einem feinen Mikrofasertuch.

Wie gießt man Kunstharz?
Du kannst Epoxidharz offen oder geschlossen gießen, sodass viele Formen möglich sind. Bei der Verwendung einer festen Form muss der Rand mithilfe von Silikon versiegelt werden. Silikonformen erleichtern das Heraustrennen. Formen, die lediglich eine Beschichtung bekommen, können einfach übergossen werden. Epoxidharz kann beim Anrühren mithilfe von Farbpigmenten eingefärbt werden. Du kannst sogar Gegenstände in Epoxidharz eingießen, ähnlich wie bei einem Einschluss in Bernstein. Achte aber darauf, dass der Gegenstand vollkommen sauber und trocken ist, damit er nicht schimmelt oder verrottet.
Wenn Du ganze Flächen füllen möchtest, brauchst Du eine Form, die das Epoxidharz zusammenhält. Dafür eignen sich Spanplatten. Denk daran, die Form vor dem Ausgießen mit einem geeigneten Trennmittel, z. B. Silikonspray, zu beschichten, um das ausgehärtete Epoxidharz besser aus der Form lösen zu können. Aber Vorsicht: Weniger ist mehr. Trage das Silikonspray nur dünn auf, damit sich das Epoxidharz nicht mit dem Silikon vermischt. Einfacher geht's natürlich mit fertigen Silikonformen, vorausgesetzt Du findest die passende Form und Größe.
Verarbeitungstemperatur unbedingt beachten
Beachte die vom Hersteller angegebene Verarbeitungstemperatur. Bei höheren Temperaturen kann sich die Verarbeitungszeit verkürzen, da die Reaktion von Harz und Härter schneller abläuft. Mische deshalb insbesondere bei höheren Temperaturen keine größeren Mengen auf einmal an und beachte die Herstellerangaben zu Topfzeit, Verarbeitungstemperatur und maximaler Gießhöhe.
Kunstharz gießen: So geht's.
Epoxidharz anrühren
Bei der Zwei-Komponenten-Variante musst Du vor der Verarbeitung selbst Hand anlegen. Achte auf das empfohlene Mischverhältnis des Herstellers. Am besten mischt Du die Komponenten in einem Gießbecher. Verrühre die Komponenten vorsichtig und gründlich mit einem Holzstab. Beachte dabei die Herstellerangaben zur Mischdauer. Mische nicht zu viel auf einmal an, damit Du die Masse in einem Zug verarbeiten kannst.
Kunstharz gießen
Fülle das Epoxidharz in ein geeignetes Gefäß um und gieße es in die vorbereitete Form. Achte darauf, dass die maximale Gießhöhe nicht überschritten wird – sonst kann das Kunstharz nicht richtig aushärten. Bitte beachte unbedingt die Angaben des Herstellers. Zum Glätten der Oberfläche bzw. zum Entfernen von Luftblasen beachtest Du die Empfehlungen des Herstellers.
Mehrere Schichten Epoxidharz gießen
Willst Du eine größere Menge Epoxidharz verarbeiten, sodass Du die maximale Gießhöhe überschreitest, musst Du in mehreren Schichten arbeiten. Nach jeder Schicht folgt eine Trocknungszeit. Dabei muss es nicht komplett aushärten, sollte aber eine stabile Oberfläche haben, bevor Du die nächste Schicht gießt. Beachte dabei die vom Hersteller angegebene Wartezeit zwischen den einzelnen Schichten. Dasselbe gilt auch, wenn Du verschiedene Farben verarbeiten willst und sich diese nicht vermischen sollen.
Epoxidharz glätten & dekorieren
Mit dem Spachtel kannst Du die Fließrichtung korrigieren. Beachte für weitere Methoden zum Glätten der Oberfläche oder zum Herstellen von Farbverläufen die Empfehlungen des Herstellers. Optional können Gegenstände wie Glitzer, Blätter, Blüten etc. eingefügt werden. Das sollte vor der letzten Schicht Epoxidharz passieren. Einfach einlegen und übergießen. Ist die letzte Schicht gegossen, muss das Kunstharz trocknen. Bitte beachte die Herstellerangaben zur Aushärtungszeit, da diese je nach Produkt und Verarbeitungsbedingungen unterschiedlich sein kann.
Epoxidharz abschleifen
Wenn das Epoxidharz vollständig ausgehärtet ist, kannst Du es (falls notwendig) aus der Form lösen und überschüssiges Kunstharz abschleifen. Vor allem müssen scharfe Kanten und Ecken bearbeitet werden, um das Verletzungsrisiko zu reduzieren.
Beginne mit einem 240er Schleifpapier und arbeite Dich mit gleichmäßigen Kreisbewegungen langsam vor. Den Feinschliff machst Du dann mit einer Körnung von 3000. Wir empfehlen nass zu schleifen, um den Kunststoff zu schonen.
Oberfläche polieren
Fürs Finish verwendest Du Polierpaste und ein Mikrofasertuch. Damit verpasst Du dem Epoxidharz den letzten Schliff, um feine Kratzer auszubessern und die Oberfläche auf Hochglanz zu bringen.
Kunstharz gießen: häufige Fragen
Ja, Epoxidharz kann auf Beton gegossen bzw. als Beschichtung aufgetragen werden. Wichtig ist, dass der Untergrund sauber, trocken, tragfähig und je nach Produkt passend vorbereitet bzw. grundiert ist.
Frische Pflanzen solltest Du nicht direkt in Epoxidharz eingießen, da die enthaltene Feuchtigkeit zu Verfärbungen, Blasen oder Fäulnis führen kann. Trockne Blüten, Blätter & Co. deshalb vorher vollständig.
Für kleinere Projekte sind Silikonformen besonders praktisch, weil sich das ausgehärtete Epoxidharz leicht herauslösen lässt. Größere Formen kannst Du z. B. aus beschichteten Platten bauen und mit einem geeigneten Trennmittel vorbereiten.
Blumen kannst Du z. B. kopfüber an einem trockenen, gut belüfteten Ort oder schneller mit Silicagel trocknen. Wichtig ist, dass sie vor dem Eingießen vollständig trocken sind.
Mische Harz und Härter genau nach Herstellerangabe und rühre langsam und gründlich, damit möglichst wenig Luft eingeschlossen wird. Gieße das Harz anschließend in die vorbereitete Form und halte Dich dabei an die vorgeschriebene maximale Gießhöhe und Verarbeitungszeit.
Für ein glasklares Ergebnis verwendest Du klares Gießharz und mischst Harz und Härter langsam und im richtigen Verhältnis, damit möglichst wenige Luftblasen entstehen. Nach dem Aushärten kannst Du die Oberfläche fein nass schleifen und mit geeigneter Polierpaste auf Hochglanz bringen.




























