Bauplatten sind im Bad sinnvoll, wenn Du schnell gerade, stabile und feuchtigkeitsbeständige Untergründe schaffen oder Konstruktionen neu aufbauen möchtest. Entscheidend ist, ob Wände, Böden, Duschen, Badewannenverkleidungen oder Möbel entstehen sollen, denn davon hängen Plattentyp, Beschichtung und Aufbau ab.
Das solltest Du wissen:
- Bauplatten eignen sich für Nassbereiche, wenn Untergrund und Abdichtung fachgerecht ausgeführt werden.
- Beschichtete Bauplatten sind die passende Grundlage für individuelle Dusch- und Badlösungen.
- Trennwände lassen sich mit Bauplatten leichter realisieren als massive Mauerwerkskonstruktionen.
- Für Böden und Wände müssen Belastbarkeit und Einsatzbereich zur gewählten Platte passen.
- Möbel im Bad benötigen feuchtigkeitsbeständige Materialien und einen stabilen Aufbau.
Was sind Bauplatten?
Mit Bauelementen kannst Du unebene Wände ausgleichen und Risse überarbeiten. Diese Montageelemente sind für den Innenausbau geeignet, wärmedämmend, haben eine Dicke von 4 bis 80 mm und sind in verschiedenen Maßen erhältlich.

Vorteile von beschichteten Bauplatten
- Durch den Kern aus extrudiertem Polystyrolschaum (XPS) sowie die beidseitige Beschichtung aus Glasfasergewebe und Spezialmörtel sind die Bauplattenelemente äußerst stabil und langlebig.
- Die Bauelemente verfügen über gute wärmedämmende Eigenschaften und können zur Verbesserung des Wohnkomforts beitragen.
- Beschichtete Bauplatten nehmen praktisch kein Wasser auf, sind druckfest und können direkt verfliest werden. Dadurch sind sie hervorragend für die Badgestaltung oder den Einsatz in Wellnessräumen und Küchen geeignet.
- Durch die vielseitigen, flexiblen und leichten Bauplatten lassen sich Badrenovierungen im Altbau, aber auch komplette Innenausbauten im Neubaubereich problemlos und vor allem einfach verwirklichen.
Diese Übersicht zeigt Dir, welche Bauplatte für Dein Projekt die richtige Stärke hat und für welche Einsatzbereiche Du sie verwenden kannst.
| 4 mm | 6 mm | 10 mm | 20 mm | 30 mm | 40 mm | 60 mm | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Wannen verkleiden | x | x | x | x | |||
| Räume abtrennen (Raumteiler) | x | x | x | x | |||
| Böden ausgleichen | x | x | x | x | |||
| Wände ausgleichen | x | x | x | x | x | x | x |
| Wände ausgleichen oberhalb des Fliesenspiegels | x | x | x | x | x | x | x |
| Ständerwerk verkleiden | x | x | x | x | |||
| Podest bauen | x | x | x | ||||
| Wände, Decken & Böden dämmen | x | x | x | x | x | ||
| Treppen sanieren | x | x | x | x | |||
| Möbel & Regale bauen | x | x | x | ||||
| Waschtischsysteme verkleiden | x | x |
Bauplatten für Wände und Boden
Vor der Montage von Bauplatten müssen Wand- und Bodenflächen sauber, tragfähig und möglichst eben sein. Die Platten schaffen einen feuchtigkeitsbeständigen Untergrund und können direkt für die weitere Gestaltung mit Fliesen, Putz oder Spachtelmasse vorbereitet werden. So gehst Du bei der Montage vor:
- Für den Einsatz im Wandbereich die erforderlichen Befestigungspunkte auf der Bauplatte markieren. Anschließend den Mörtel entsprechend den Markierungen punktweise auf die Wand auftragen. Die Anzahl und Anordnung der Befestigungspunkte richtet sich nach den Herstellerangaben.
- Setze die Bauplatten schräg an den Boden an, drücke sie an und richte sie mit der Wasserwaage an der Wand aus.
- Nach Aushärtung des Mörtels die Bohrungen entsprechend den Herstellerangaben herstellen und die Bauplatten mit geeigneten Befestigungsmitteln fixieren.
- Am Boden verarbeitest Du Bauplatten, indem Du sie durch leichtes Hin- und Herschieben in den zuvor aufgetragenen Fliesenkleber einbettest und anschließend mit der Wasserwaage ausrichtest.
- Nach dem Abspachteln aller Stoßkanten mit Armierband kannst Du das Badezimmer neu verfliesen, verputzen oder verspachteln.
Trennwände ins Bad einziehen
Praktische Raumtrennung Marke Eigenbau: Mit Bauplatten kannst Du auch Räume neu aufteilen. So gehst Du zum Beispiel beim Verkleiden einer Dusche vor:
- Um ein bereits eingebautes Duschelement wird mit einem Metallständerwerk eine Unterkonstruktion gebaut.
- Anschließend werden die zugeschnittenen Bauplatten mit geeigneten Blechschrauben (5 pro m²) und Dämmplatten-Tellern darauf fixiert.
- Bevor Du mit dem Verfliesen loslegst, musst Du noch alle Bauplattenstöße mit speziellem Armierband abspachteln.
- Im Nassbereich der Dusche dichtest Du zudem alle Fugen und Übergänge mit Dichtband gründlich ab. Fertig.

Duschen aus beschichteten Bauplatten
Barrierefreie Duschen, bodentiefe Duschwannen und großzügige Duschkabinen sind der Trend in modernen Badezimmern. Neben ansprechender Optik bietet dieser Trend mehr Sicherheit und Komfort beim täglichen Reinigungsritual. Hierfür gibt es spezielle Duschelemente in gängigen Maßen und verschiedenen Ausführungen.
Beschichtete Bauplatten mit diesen integrierten Abflusslösungen lassen sich schnell und einfach installieren und sind in gängigen Maßen, aber auch als Sonderformen erhältlich.
Ein barrierefreies Duschelement mit integrierter Abflussrinne hat folgende Vorteile:
- Durch ein gleichmäßiges Gefälle kann das Wasser in einer schmalen Edelstahlrinne abfließen.
- Die Bauplatten können durch das einseitige Gefälle ohne Gefälleschnitte verlegt werden.
Der Einbau eines Duschelements mit integriertem Eckablauf – egal, ob aus optischen oder baulichen Gründen – hat folgende Vorteile:
- erhöhter Fußkomfort durch den Eckablauf
- eingearbeitetes Gefälle, waagerechtes Ablaufsystem
- höhenverstellbarer Rost aus gebürstetem Edelstahl
Ob mit zentraler oder dezentraler Ablaufposition und quadratischer, rechteckiger oder viertelrunder Form – die Duschelemente sind im Badezimmer vielfältig einsetzbar. Die Ablaufsets sind zudem wahlweise in senkrechter, waagerechter, waagerecht flacher oder waagerecht super flacher Ausführung erhältlich.

Badewannen verkleiden und abdichten mit Bauplatten
Wenn Du eine flexible Art der Badewannenverkleidung suchst, sind Bauplattensysteme eine gute Option. Beschichtete Bauplatten machen die Gestaltung der Wannenverkleidung einfach und flexibel. Baue Dir eine Tragekonstruktion mit 50 mm Bauplatten oder nutze ein fertiges Wannenbauelement und verkleide diese mit Bauplatten.
Die Wanne muss gut abgedichtet werden. Im Spritzbereich von Dusche und Badewanne muss die Wandfläche absolut wasserdicht sein, denn eindringende Feuchtigkeit kann zu Bauschäden führen.
Beachte folgende Tipps:
- Streiche die betroffenen Wandflächen mit einem speziellen Dichtanstrich ein und nimm je nach Untergrund noch einen Anstrich mit Tiefengrund vor (Herstellerhinweise beachten!).
- Dichte Eckbereiche mit einem elastischen Dichtband ab (in den Anstrich einlegen).
- Die Übergänge zwischen Wanne und gefliesten Wänden dichtest Du am besten mit schimmelhemmendem (fungizidem) Sanitärsilikon ab. Hierfür die Silikonmasse zügig mit einer Kartuschenpistole auftragen, notfalls die Silikonfugen auf beiden Seiten mit Kreppklebeband begrenzen. Die Fugenmasse mit einem Finger glätten, den Du vorher in ein Wasser-Spülmittel-Gemisch getaucht hast. Das Kreppklebeband wird gleich danach entfernt. Nach 6 bis 8 Tagen ist die Masse ausgetrocknet.
Anschlussprofile nutzen
Silikonfugen an den Übergängen der Wanne zu den Wänden können altern und irgendwann undicht werden. Speziell für diese Übergänge gibt es Anschlussprofile, die ziemlich wartungsfrei sind und einfach vor dem Ansetzen der untersten Fliesenreihe mit ins Kleberbett gedrückt werden.
Nach den anerkannten Regeln der Technik reicht Silikon am Wannenrand allein nicht aus. Silikonfugen können mit der Zeit undicht werden und das durchdringende Wasser kann massive Schäden verursachen. Bereiche hinter Bade- oder Duschwannen müssen deshalb dauerhaft vor Wassereinwirkungen geschützt werden.
Eine langfristig wirkungsvolle Abdichtung ist ein Zusammenspiel aus fachgerechter Planung und Ausführung. Der optimale Schutz kann beispielsweise durch ein Wannenrand-Dichtset, bestehend aus einer Dichtecke, einem Dichtband und einem Schalldämm- und Schutzband, realisiert werden.



Möbel aus beschichteten Bauplatten
Individuelle Möbel, Sitzbänke und mehr für Badezimmer und Co. selber bauen? Flexibel einsetzbare Bauplatten und Kreativbauplatten schaffen optisch reizvolles und einzigartiges Mobiliar für Dein Bad.
Sogenannte Kreativbauplatten ermöglichen Dir nahezu unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten. Denn durch die geschlitzte Oberfläche können die Platten genau an die jeweilige Unterkonstruktion angepasst und z. B. auch runde Formen damit realisiert werden.
Beispiel: Sitzbank im Bad
- Für eine Sitzbank erstellst Du zunächst eine Unterkonstruktion aus Bauplatten (50 mm).
- Diese Elemente werden in einem Abstand von ca. 40 cm an Wand und Boden aufgeklebt und mit der geschlitzten Seite nach unten mit Montagekleber befestigt.
- Ggf. fixierst Du die Kreativbauplatte zusätzlich punktweise mit Holzschrauben.
- Die Stoß- und sichtbaren Stirnkanten dichtest Du mit Armier- bzw. Dichtband ab.
- Fertig ist die Sitzbank – z. B. integriert in die Dusche oder als praktische Sitz- und Ablagemöglichkeit im Badezimmer.

Bauplatten im Bad verarbeiten: häufige Fragen
Für Badezimmer eignen sich vor allem beschichtete Bauplatten mit XPS-Kern, da sie wasserunempfindlich, wärmedämmend und direkt verfliessbar sind. Sie können für Wände, Böden, Duschen, Wannenverkleidungen und Badmöbel eingesetzt werden.
Bauplatten werden an der Wand üblicherweise mit Mörtel angesetzt, ausgerichtet und nach dem Aushärten zusätzlich mit speziellen Dübeln befestigt. Anschließend werden die Stöße mit Armierband verspachtelt.
Nach dem Abdichten und Verspachteln der Stoßkanten können Bauplatten direkt verputzt werden. Wichtig ist, dass die Oberfläche sauber, tragfähig und die Fugen fachgerecht vorbereitet sind.
Die Stoßkanten der Bauplatten werden mit Armierband verstärkt und anschließend verspachtelt. In Nassbereichen sollten Fugen und Übergänge zusätzlich mit geeigneten Dichtsystemen abgedichtet werden.
Ja, Bauplatten können auf dem Boden in ein Bett aus Fliesenkleber eingelegt und ausgerichtet werden. Auch für bestimmte Anwendungen an Wandflächen wird Fliesenkleber als Untergrund für die Montage eingesetzt.













